Auto-Werkstätten erwarten Besserung Kfz-Gewerbe gegen höheren Spitzensteuersatz

Während in Berlin noch die Sondierungsgespräche laufen, macht der Zentralverband Deutsche Kfz-Gewerbe gegen einen höheren Spitzensteuersatz mobil. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation der Betriebe warnt der Verband vor "verheerenden Folgen."

Die Kfz-Werkstätten erwarten im kommenden Jahr eine höhere Auslastung. Eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes hätte aber nach Ansicht des ZDKS verheerende Folgen für die Betriebe. - © Foto:ProMotor

Eine zusätzliche steuerliche Belastung der kleinen und mittelständischen Unternehmen durch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes lehnt der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) ab. Das machte ZDK-Präsident Robert Rademacher angesichts der laufenden Sondierungsgespräche deutlich.

Eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes wirke sich negativ auf die ohnehin schon angespannte Ertragssituation im Kfz-Gewerbe aus. "In Verbindung mit einer Vermögensbesteuerung hätte dies verheerende Folgen, weil es die wirtschaftliche Substanz der Betriebe massiv belasten würde", sagte Rademacher.

Auch einer Pkw-Maut steht der ZDK ablehnend gegenüber. "Was wir stattdessen dringend benötigen, ist die Auflösung des Investitionsstaus in der Verkehrsinfrastruktur", sagte Rademacher. Und das gehe sehr gut mit den vorhandenen Einnahmen von jährlich rund 53 Milliarden Euro aus den Taschen der Autofahrer, wenn sie denn in deutlich höherer Weise zweckmäßig eingesetzt würden.

Kfz-Gewerbe erwartet Stagnation

Das Kfz-Gewerbe selbst sei angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation dagegen eher auf Stagnation eingestellt. "Wir haben schon bessere Autojahre gehabt als das laufende", so der ZDK-Präsident.

Bei den Neuzulassungen sei der Rückstand von aktuell minus sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr wohl nicht mehr komplett aufzuholen. Bis zum Jahresende könnten noch gut 2,9 Millionen Einheiten erreicht werden.

Gebrauchtwagengeschäft läuft gut

Das Gebrauchtwagengeschäft habe hingegen nicht nur ein mengenmäßiges Plus zu verzeichnen, sondern auch eine Erholung der Bruttogewinne. Die Werkstattauslastung liege aktuell um einen Prozentpunkt unter der des Vorjahrs. Für das kommende Jahr erhofft sich das Kfz-Gewerbe sowohl wegen der laut Prognosen verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch der vielen neuen Automodelle bessere Geschäfte.

Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk, wies jedoch zugleich auf die Risiken für den Geschäftsbereich Service hin. So dürfe der Neuwagenabsatz nicht durch die Werkstattleistung subventioniert werden. "Unserem Gewerbe nützt es gar nichts, wenn die monatliche All-inclusive-Rate zwar den Neuwagenabsatz forciert, aber die Werkstatt-Rendite killt", so der Bundesinnungsmeister.

Betriebe tragen Lasten

Außerdem prangerte er die teilweise viel zu knapp bemessenen Arbeitswert-Vorgaben der Autohersteller für Wartung und Reparatur einschließlich Karosserie- und Lackreparatur an. Diese Vorgaben ließen sich auch von erfahrenen Profis in immer weniger Fällen erreichen.

Das senke zwar die After-Sales-Kosten, gehe aber zu Lasten der Betriebe. Ähnliches gelte auch für die Garantiekosten. Hülsdonk: "Die Vergütung der vom Hersteller beauftragten Garantiearbeiten muss so bemessen sein, dass die Kosten gedeckt sind und ein angemessener Gewinn im Betrieb hängen bleibt." dhz