Die Orthopädietechnik-Branche erzielt hat im zweiten Quartal 2013 ein deutliches Umsatzplus erzielt. Die neuen Kassenverträge aus dem vergangenen Jahr machen sich auch bei den Erträgen der Betriebe bemerkbar - jedoch nur langsam.

Der Umsatz im Orthopädietechniker-Handwerk ist laut Statisti schem Bundesamt zwi schen April und Juni 2013 im Vergleich zum zweiten Quartal 2012 um 7,7 Prozent gestiegen. Verglichen mit dem ersten Quartal dieses Jahres ist das sogar ein Anstieg um 10,3 Prozent. Die ersten drei Monate 2013 brachten der Branche ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Zurückzuführen ist der Anstieg nach Aussage des Bundesinnungsverbands der Orthopädietechniker vor allem auf den steigenden Bedarf. "Darüber hinaus haben eine Vielzahl der Kassen ihre Aus schreibungen nicht mehr durchgeführt", sagte der Deut schen Handwerks Zeitung Verbandspräsident Klaus-Jürgen Lotz. So orientierten sich die verhandelten Preise nun mehr entlang der Qualität der Versorgung. Das bildet sich auch als verbesserte Wirt schaftlikeit der Unternehmen ab.
Investitionen ausgleichen
Zwar kann der Bundesverband der Orthopädietechniker die Umsatzentwicklung bestätigen. "Da jedoch lediglich die Abgabefrequenz steigt und die Kassenvergütungen erst im letzten Quartal 2012 und 2013 nach oben angepasst werden konnten, wird sich der Ertrag der Betriebe nur langsam verbessern", sagt Lotz. Unter anderem mit den gestiegenen Kosten für Personal, Ausbildung und Infrastruktur hätten die Betriebe noch über einige Jahre Investitionen zu amortisieren.
Im vergangenen Jahr wurden unter anderem mit allen großen Krankenkassen neue Kassenverträge ge schlossen. Diese Veränderungen machen sich bei den Erträgen der Betriebe aber langsam bemerkbar. Auch die neue Ausbildungsverordnung, die Anfang August in Kraft getreten ist, werde den Beruf und die Branche voranbringen, meint Lotz.
Um mehr Rendite zu erzielen, richteten die Betriebe zudem momentan ihre Strategie neu aus. Es gibt zwei entgegengesetzte Trends: zum Komplettanbieter oder zum Spezialisten. Doch das erfordert laut Lotz weiterhin Investitionen in Personal und Strukturen.
Wachsender Gesundheitsmarkt
Die allgemeinen Rahmenbedingungen sind gut – das Gesundheitswesen bleibt ein Wachstumsmarkt. Doch inwieweit Sanitätshäuser und Orthopädietechniker ähnlich wie Apotheken vom zweiten Gesundheitsmarkt profitieren können, ist laut Verband unklar. Rund 80 Prozent des Umsatzes basieren derzeit auf dem Rezeptge schäft.
In den kommenden Jahren sind "die Betriebe gefordert, sich auf Kunden einzustellen und den wachsenden Gesundheitsmarkt zu nutzen", sagt Lotz. Doch auch die Politik müsse die Rahmenbedingungen weiter ausbauen, damit Betriebe die Möglichkeit haben, am Markt zu wachsen. Dafür müsse unter anderem Bürokratie abgebaut und die Mehrwertsteuer, die momentan bei sieben oder 19 Prozent liegt, vereinheitlicht werden.
Insgesamt be schäftigten Handwerk und Handel 2012 in der Branche 1.931 Mitarbeiter in orthopädietechni schen Handwerksbetrieben und etwa 37.000 Mitarbeiter in rund 2.300 Sanitätshäusern. sch