Das restaurierte Kupferdach der Kirche, die Metallfassade des Bürogebäudes, die Titanzink-Gaube oder die Solaranlage auf dem Einfamilienhaus – für die Errichtung dieser und vieler anderer Bauelemente braucht der Klempner neue Kompetenzen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat daher eine Modernisierung des Ausbildungsberufs "Klempner" im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der beruflichen Praxis erarbeitet.

Nach Auskunft des BIBB prägen vor allem Entwicklungen wie die Anwendung nachhaltiger Energietechniken und eine Verstärkung der Kundenorientierung die neue Ausbildungsordnung. Zudem sei der Wissensstoff umfangreicher und die zu erlernenden Techniken vielseitiger geworden.
Im Einzelnen wurden berücksichtigt:
- Kenntnisse über die Nutzung futuristischer Bedachungen und Fassaden aus neuen Materialien und Werkstoffen. Diese würden immer stärker die Funktion von Gebäuden dominieren. Demnach hätten sich die Fertigungs-, Montage- und Abdichtungstechniken stark gewandelt.
- der Denkmalschutz, der bei der Restauration von Kulturobjekten hinsichtlich der Beibehaltung von Stilrichtungen und Optik bei Gebäudefassaden zusätzliche Anforderungen an das Know-how der Fachkräfte stellt
- die Errichtung heutiger Blitzschutzanlagen, die höhere Ansprüche an das elektrotechnische Grundverständnis der Klempner stellen sowie
- der zunehmende Trend, an Dach und Fassade neuartige Belichtungs- und Belüftungssysteme sowie Energiesammler und Energieumsetzer wie solarthermische und Photovoltaik-Anlagen in die Dächer einzubinden.
- die kundenorientierte Kommunikation, da zum Berufsbild nicht nur die Herstellung, Installation und Sanierung von klempnertypischen Metalldächern und Fassaden, sondern auch eine qualifizierte Beratung der Bauherren und Kunden gehört.
Die tarifliche Ausbildungsvergütung lag 2012 bei durchschnittlich 558 Euro pro Monat (erstes Lehrjahr: 499 Euro, letztes Lehrjahr: 646 Euro. Rund 400 Ausbildungsverträge wurden 2012 neu abgeschlossen. Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich vor allem in Handwerksbetrieben des Bauinstallationsgewerbes, wie etwta Klempnereien und Dachdeckerbetrieben, aber auch in Fassadenbauunternehmen.
"Klempner" wird oft zu Gas- und Wasserinstallateuren gezählt
Der Beruf des Klempners wird in Süddeutschland auch "Spengler" oder "Flaschner" genannt. Im norddeutschen Raum wird, so das BIBB, die Berufsbezeichnung immer noch zu Unrecht für den ehemaligen Gas- und Wasserinstallateur und heutigen "Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik" verwendet. Das führe in der Praxis oft zu Missverständnissen.
Weitere Informationen zur neuen Ausbildungsordnung, die – vorbehaltlich der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt – zum 1. August in Kraft treten wird, im Internetangebot des BIBB unter bibb.de/neue-berufe-2013 .
Weitere modernisierte Ausbildungsberufe im Handwerk
- Fertigungsmechaniker
- Kfz-Mechatroniker
- Orthopädietechnik-Mechaniker
- Weintechnologe