Von Bamberg bis China Die weite Reise der Bierbraumaschinen

Deutsche Bierbrauer arbeiten in nahezu allen Teilen der Welt. Und wo sie sind, kommen meist auch deutsche Brauereimaschinen zum Einsatz. Brauereizulieferer verschicken ihre Produkte rund um den Globus. Nicht immer klappt das reibungslos.

Mirabell Schmidt

Brauen früher: ein Exponat aus dem Museum. - © Foto: Heinrich Leicht GmbH

Es ist nicht immer einfach, mit dieser Globalisierung. Im vergangenen Jahr dauerte es Wochen, bis eine Lieferung in Vietnam eintraf. "Eigentlich wurde uns die finale Ankunft nie bestätigt", erzählt Wolfgang Böhm, der gemeinsam mit Anja Seelmann die Heinrich Leicht GmbH leitet.

Das Bamberger Unternehmen für Brauereibedarf liefert in die ganze Welt, denn deutsche Braukunst ist rund um den Globus gefragt. Und wenn es deutsche Braumeister in ferne Länder verschlägt, reisen Leicht-Maschinen oft hinterher. Normalerweise kein Problem.

Betrieb 1888 gegründet

Im Fall von Vietnam gestaltete sich das etwas schwierig. "Wir haben wochenlang hinterhertelefoniert, um zu erfahren, wo das Paket nun wieder hängt", erzählt Seelmann. Schließlich arbeitete der Braumeister, der die Geräte bei ihnen bestellt hatte, gar nicht mehr in der vietnamesischen Brauerei. Da beim Kunden sonst niemand Deutsch sprach, wissen die Geschäftsführer bis heute nicht, ob die Lieferung angekommen ist.

Als Heinrich Leicht sein "Spezialgeschäft für die Lieferung von Brauerei- und Bedarfsartikel zum Maschinenbetrieb" 1888 gründete, gab es wohl noch keinen deutschen Braumeister in Vietnam. Heute kommen Kunden aus Australien oder Südamerika mit Sonderwünschen auf sie zu. Die Mitarbeiter im Planungsbüro und in der Werkstatt tüfteln dann, bis sie den Auftrag erfüllen können. Einige innovative Produkte sind so entstanden.

Historische Brauereimaschinen in China

Seit 125 Jahren arbeitet das Unternehmen an Fortschritten im Geschäft mit Brauereibedarf mit. Da liegt es nahe, ein Museum mitzubegründen – das Fränkische Brauereimuseum in Bamberg. Sechs Werkstatt-Mitarbeiter der Firma kümmern sich um die Instandhaltung von historischen Brauereimaschinen. Das ist kein einfaches Unterfangen. "Bis ein Maschinenbauer eingearbeitet ist, dauert es rund zwei Jahre", so Böhm.

Da die alten Maschinen zum Brauen des heutigen Biers aber ungeeignet sind, werden sie nur selten verkauft. "Es gibt immer wieder Interessenten für die Maschinen, aber die Liebhaber werden weniger", sagt Seelmann. Wer sich für die historischen Maschinen interessiert, wem ein Abstecher nach Franken aber nicht abenteuerlich genug ist, könnte nach China fliegen. Dort, in einer "kleinen" Gasthausbrauerei mit 6.000 Sitzplätzen, sind einige Exponate aus der Bamberger Werkstatt zu bewundern.