Das Kraftfahrzeugegewerbe (ZDK) hat sich gegen die Forderung von Grünen und SPD nach einem allgemeinen Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen ausgesprochen. Der ZDK spricht sich stattdessen für mehr Verkehrleitsysteme aus.

Im Interview mit der Rheinischen Post vom Mittwoch hatte sich Sigmar Gabriel für seine Forderung auf das Vorbild in anderen Ländern berufen. Das Argument will der ZDK jedoch nicht gelten lassen. Auf fast der Hälfte des Autobahnnetzes gebe es bereits ein festes oder variables Tempolimit, so ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz. Zudem gestatte das hohe Verkehrsaufkommen häufig ohnehin nur weit geringere Geschwindigkeiten.
Der Verband schlägt vor, mehr intelligente Verkehrsleitsysteme zu installieren. Während etwa bei Nebel oder strömendem Regen schon Tempo 80 zu schnell sei, empfinde der Autofahrer Tempo 120 auf einer leeren Autobahn als Gängelei. Auch zur Unfallverhütung tauge das Tempolimit auf Autobahnen nicht. Die Autobahnen seien Deutschlands sicherste Straßen.
Kein Chaos sonntas morgens
Die Grünen argumentierten für die Beschränkung der Geschwindigkeit mit einer Erhöhung der Mobilität und einem in der Summe schnelleren Vorankommen. Grünen-Spitzenkadidatin Katrin Göring-Eckardt hatte die Forderung mit der Chaos-Theorie begründet. "Wer am Sonntagmorgen auf freier Strecke unterwegs ist", wandte Koblitz ein, "der glaubt Frau Göring-Eckardt nicht, dass er nach der Chaostheorie mit Tempo 120 schneller vorankommt."
Auch den Schutz der Umwelt lässt Koblitz nicht gelten. Wenn esdarum gehe, solle man den Blick lieber auf die Tonnen von CO2 richten, die täglich im Stau vor Baustellen und maroden Brücken sinnlos in die Luft geblasen würden. Die Pressemeldung finden Sie unter www.kfzgewerbe.de . dhz