Mehr als 60 Prozent der Beschäftigten bei den Hörgeräteakustikern sind Frauen. Nach Auskunft der Bundesinnung (biha) eine der höchsten Frauenquoten bei einem technisch-medizinischen Handwerk. Die Betriebe wollen sich deshalb verstärkt auch um männlichen Nachwuchs bemühen. Für den Girls'/Boys'Day am Donnerstag sind alle Jugendlichen aufgerufen, sich über den Beruf zu informieren.

Der 13-jährige Pascal Barak wird den Aktionstag in einem Hörgeräteakustiker-Betrieb verbringen. "Hörgeräteakustiker helfen Menschen wieder gut zu hören. Das finde ich toll. Außerdem gefällt mir, dass man nicht immer nur das gleiche macht. Ob Werkstatt, Anpasskabine oder Kundengespräche, Hörgeräteakustiker haben viel Abwechslung", sagt der Schüler.
So begeistert manche Kurz-Praktikanten sind, so zunehmend schwierig wird es für viele Betriebe, geeigneten Nachwusch zu finden. Bewerbern mangele es oft am Grundwissen in naturwissenschaftlichen Fächern, aber auch an sozialer Kompetenz. Wer einen Ausbildungsplatz bekommt, für den stehen die Chancen auf Weiterbeschäftigung gut. In der Branche herrsche Vollbeschäftigung, so der Verband.
Nachfrage steigt mit einer älter werdenden Gesellschaft
Die demographische Entwicklung spricht dafür, dass die Branche auch in den nächsten Jahren genug zu tun hat, denn eine älter werdende Gesellschaft braucht die Leistungen der Hörgeräteakustiker.
Nach Auskunft des Verbandes wird der Beruf inzwischen für Schulabgänger mit höheren Schulabschlüssen immer attraktiver. "Seit einiger Zeit entscheiden sich immer mehr Abiturienten für unser Handwerk", sagt biha-Präsidentin Marianne Frickel. Das liege unter anderm an den zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten. Wer möchte, könne mit dem Bachelorstudiengang Hörakustik nach seiner Ausbildung einen akademischen Abschluss anhängen. dhz
Branche: Mit rund 5.000 Hörgeräteakustiker-Betrieben und 12.000 ausgebildeten Mitarbeitern versorgt das Handwerk zirka 2,5 Millionen Menschen in Deutschland mit digitalen Hösystemen.