Der Europäische Verband für Energie- und Umweltschutzberater (EVEU) hat sich für den Umbau der Förderprogramme für Energieeinsparungsmaßnahmen ausgesprochen. Im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung in München plädierten die Verbandsmitglieder für eine technologieneutrale Förderung. Denn speziell der Wärmemarkt sei bisher noch zu stark ausgeklammert. Womit Energie eingespart werde, sei letztlich egal.

Bei ihrer jährlichen Verbandstagung übten die Energieberater Kritik an den politischen Rahmenbedingungen für die Energiewende. "Die Politik setzt seit Jahren den falschen Fokus", sagte Thomas Lohr, Vorsitzender des EVEU. Die Vebraucher würden verunsichert statt gestärkt.
Immer noch konzentrierten sich die Menschen zu stark auf die Fragen rund um den Strompreis, die Photovoltaik-Förderung und Energiesparlampen. "Dank unserer Politik fühlen sich alle schon als Energiespar-Weltmeister, wenn sie Energiesparlampen aufhängen und Strom aus regenerativen Energie beziehen", beklagt Verbandsgeschäftsfürer Franz Sedlmeier.
Heizungsanlage immer noch größter Energiefresser
Den mit Abstand größten Teil der Energie verbrauchten deutsche Haushalte dagegen im Heizungskeller. In bayerischen Haushalten etwa mache dieser Posten mit 47 Prozent knapp die Hälfte des Energieverbrauchs aus. Nur 10,3 Prozent betrage der Stromanteil.
Folglich sei auch der Sanierungsgrad gering bei den Heizungsanlagen. Lediglich ein Viertel von mehr als 18 Millionen Heizsystemen in Deutschland entspreche dem Stand der Technik. Jede fünfte Anlage sei sogar älter als 35 Jahre. Um das zu ändern, müsse die Förderung in dem Bereich verstetigt werden. "Das Hin und Her der Bundesregierung in den letzten Jahren hat die Bürger verunsichert", so Sedlmeier. Jeder warte auf die nächstbessere Technologie und die nächstebessere Förderung.
Form der Einsparung sollte egal sein
Um das im Wärmemarkt vorhandene Potenzial auszunutzen, fordert der Verband die Einführung eines Energieträger-unabhängigen Förderprogramms. Sedlmeier: "Ob der Hausbesitzer das mit Erdwärme oder mit Solar macht oder eben, indem er deutlich weniger Öl und Gas verbraucht, ist doch völlig egal." fm