Seit dem 1. Januar stehen Schornsteinfeger in Konkurrenz zueinander. Das jahrzehntelang geltende Kehrmonopol gibt es nicht mehr. Hauseigentümer können sich nun entscheiden, welchen Schornsteinfeger sie für einen Großteil der Arbeiten beauftragen. Viel verändert hat sich seither nicht.

Nur wenige Kunden haben seit Januar den Schornsteinfeger gewechselt und so wird es laut einer unveröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks in den kommenden drei Jahren auch bleiben: Drei bis fünf Prozent der Hauseigentümer werden demnach von der freien Kaminkehrerwahl Gebrauch machen.
Keine Konkurrenz aus den Nachbarländern
Zwar stehen die Schornsteinfeger nun miteinander im Wettbewerb, doch auch die Preise haben sich bislang nur unwesentlich verändert. "Wir konnten vor der Neuregelung die Preise nicht selbst bestimmen und die vom Gesetzgeber festgelegten Tarifpreise waren sehr niedrig", sagt Stephan Langer, Vorstandsmitglied im Bundesverband. Deshalb seien trotz der Öffnung des Marktes die Preise nicht gesunken.
Aus den EU-Nachbarländern ist dabei zunächst ebenfalls keine große Konkurrenz zu erwarten, denn dort verlangen Schornsteinfeger meist mehr Geld für ihre Arbeit. Dies hatte sich bereits in den Vorjahren angekündigt, denn seit 2008 dürfen Kaminkehrer aus der Europäischen Union ihre Dienste in Deutschland anbieten. "In den fünf Jahren hat sich nur ein Pole und ein Österreicher auf dem Markt versucht", ergänzt Langer. Der EU-weite freie Wettbewerb war jedoch der eigentliche Grund für die Gesetzesänderung.
Enormer bürokratischer Aufwand
Die meisten Kunden, die einen anderen Schornsteinfeger beauftragen, machten das daher ohnehin nicht wegen des Preises, sondern aufgrund persönlicher Vorlieben. Wie sich der Markt in den kommenden Jahren tatsächlich entwickeln wird, sei nach drei Monaten aber noch nicht abzusehen.
Der bürokratische Mehraufwand, der mit der Neuregelung einhergeht, trifft dabei nicht nur die Hausbesitzer. Vor allem Bezirkskaminkehrer, die die von den Hausbesitzern eingereichten Formblätter verwalten und überprüfen müssen, haben einen zusätzlichen Schreibaufwand.
Vorteile für beide Seiten
Bislang hatten Bezirksschornsteinfeger sämtliche Aufgaben übernommen und sich um die Einhaltung der relevanten Fristen gekümmert. Nun tragen Hausbesitzer selbst die Verantwortung dafür, dass alles rechtzeitig erledigt ist. Das zu überprüfen, ist Sache des Bezirkskaminkehrermeisters und mit Zeitaufwand verbunden.
Das Fazit der Schornsteinfeger fällt nach drei Monaten insgesamt aber positiv aus: Kunden könnten sich selbst aussuchen, wer zu ihnen ins Haus kommt. Aber auch die Kaminkehrer können ungeliebte Kunden an Kollegen abtreten. Klaus Dank, Bezirkskaminkehrermeister aus Feldkirchen: "Das allerwichtigste ist, dass der Schornsteinfeger ein Vertrauensverhältnis zum Kunden aufbaut. Wenn er angemessene Preise verlangt, werden Kunden keinen Grund haben zu wechseln." sch