Auf der Musikmesse in Frankfurt zeigt die Branche alles, was sie zu bieten hat. Trotz immer weniger Besuchern ist sie sowohl für das Handwerk als auch für Verbraucher ein unverzichtbarer Branchentreffpunkt. Hersteller und Kunden kommen zusammen und fachsimpeln gemeinsam um die Wette.
Christoph Ledder

Eine Gitarren-Zigarrenkiste mit einem Eichenholz-Griffbrett und nur vier Saiten? Was komisch klingt, ist allerdings tatsächlich so. Artur Tadevosyan beherrscht jedenfalls sein Handwerk. "Die Cigar Box Guitars sind sehr einfach in der Herstellung. Eine alte Zigarrenkiste wird mit einem Hals verschraubt oder auch geleimt und mit vier Saiten gespannt. Dann kann es eigentlich auch schon losgehen", erklärt Tadevosyan.
Die "alte Zigarrenkiste" scheint Anklang zu finden. Schnell hat sich um den Stand von Tadevosyan eine Traube gebildet. "Man kann diese Art von Gitarre sehr gut offen spielen. Man stimmt sie auf einen bestimmten Akkord und kann tagelang durchspielen", lacht der Virtuose und Gitarrenbauer. Ursprünglich stammt die "Cigar Box Guitar" aus den USA, und findet überwiegend im Blues und Jazz Verwendung.
Blasmusik rocks!!
Die Halle mit alten, neuen und außergewöhnlichen Gitarren scheint die am bestbesuchte zu sein. Doch bei den Blechbläsern macht ein Stand besonders auf sich aufmerksam. Der begeisterte Trompetenpieler Mike Rafalczyk erläutert warum: "Wir spüren gerade in der Blechbläserbranche einen umheimlichen Trend zur Vermischung. Es gibt heutzutage Menschen, die gepierct und mit Lederhose oder Dirndl auf der Bühne stehen und zünftige Blasmusik von sich geben. Vor zehn Jahren hätte es das nicht gegeben."
Rafalczyk scheint Recht zu haben. Der Stand mit den Jupiter-Trompeten ist von jungen Leuten umzingelt. Die besonders kleinen und kompakten Blasinstrumente werden aus einem Guss gefertigt und legiert. "Handwerkliches Geschick ist beim Trompetenbau ohnehin gefordert", sagt Rafalczyk. Das metallverarbeitende Gewerbe tritt bei den Blechbläsern besonders stark in den Vordergrund.
Haste Töne
Das Phänomen des "Trend Blasmusik" scheint sich auch bei der "größten Tuba der Welt" zu bewahrheiten. Der Instrumentenbauer Hartmut Geilert baut mit seinem Sohn Michael aus dem Voigtland das über 2 Meter große und über 50 Kilogramm schwere Blasinstrument in der heimischen Werkstatt im Voigtland zusammen.
"Man braucht drei Mann zum Spielen", erklärt Hartmut Geilert stolz. Die Sub-Contra-B-Tuba ist maßstabsgerecht doppelt so groß wie die bekannten Instrumente und größer als der bisherige Rekordbau aus Tschechien.
Insgesamt ist in diesem Jahr die Messe auch wieder Magnet von jung und alt. Und auch die Produktion hat Gelegenheit, sich in Frankfurt zu präsentieren.
Fazit: Musik verbindet und schweißt zusammen.