Baugewerbe Preise im Wohnungsbau gestiegen

Gut für das Handwerk: Die Preise im Wohnungsbau steigen. Auch vom Abschluss der Tarifverhandlungen im Baugewerbe werden viele Handwerker profitieren.

Die Preissteigerungen im Wohnungsbau sind vor allem auf gestiegene Baukosten zurückzuführen. - © Foto: pics/fotolia

Die Preise im Wohnungsbau sind gestiegen. Im Februar 2013 mussten Bauherren 2,1 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Und auch Eigentümer von Häusern oder Wohnungen mussten tiefer in die Tasche greifen. Instandhaltungsarbeiten waren laut Statistischem Bundesamt im Februar 2,7 Prozent teurer als noch 2012. Die Preise für Ausbauarbeiten stiegen mit 2,4 Prozent dabei stärker als die für Rohbauarbeiten (1,7 Prozent).

"Wir führen den Preisanstieg auf Kostensteigerungen, vor allem bei Material und Lohn zurück, erläutert Andreas Geyer, Wirtschaftsexperte des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) gegenüber der Deutschen Handwerks Zeitung. Die Baukosten seien bis zum dritten Quartal des Vorjahres sogar deutlicher gestiegen (3. Quartal 2012: 2,3 Prozent), als die Preise.

ZDB: Kostensteigerungen lassen sich nur bedingt weitergeben

Am stärksten fielen die Preiserhöhungen in den Bereichen Gebäudeautomation (4,6 Prozent), Blitzschutzanlagen (3,9 Prozent), Abdichtungsarbeiten (3,4 Prozent), Dachdeckungs- und Abdichtungsarbeiten (3,1 Prozent), sowie Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen (3 Prozent) aus. Am geringsten stiegen die Preise bei Verglasungsarbeiten (0,5 Prozent) und Verbauarbeiten (0,6 Prozent).

Angesichts des Abschlusses der Tarifverhandlungen im Baugewerbe vom 5.April bleibt abzuwarten, wie die Entwicklung 2013 weitergeht. Geyer: "Es ist damit zu rechnen, dass die Preise dieses Jahr weiter ansteigen. Ob die Bauunternehmen allerdings die höheren Lohnkosten weitergeben können, ist fraglich. Das wird ihnen nur bedingt gelingen."

Angleichung des Tariflohns bis 2022

Laut Tarifvereinbarung erhöht sich der Lohn der 750.000 Beschäftigten im Baugewerbe ab 1. Mai in den alten Bundesländern um durchschnittlich 3,2 Prozent. In Ostdeutschland erhalten Beschäftigte am Bau dann vier Prozent mehr Lohn. Damit beträgt der Stundenlohn für Facharbeiter ab nächsten Monat in Westdeutschland 17,62 Euro und in den neuen Bundesländern 16,02 Euro.

Der Mindestlohn in der Branche wird ab 1.Januar 2014 auf 11,10 Euro in den alten Bundesländern steigen. Im Osten bekommen Arbeiter dann 10,50 Euro. Außerdem einigten sich die Verhandlungsparteien auf eine schrittweise Angleichung des Tariflohns in Ost und West bis zum Jahr 2022. Der Mindestlohn soll bereits 2017 das gleiche Niveau erreichen. sch