Vulkaniseur-Handwerk Reifenbranche hofft auf Trendwende

Nach einem schlechten Geschäftsjahr 2012 mit starken Absatzeinbußen erhofft sich die Reifenbranche für das laufende Jahr Besserung. Der Branchenverband rechnet insgesamt mit Absatzzuwächsen in den einzelnen Segmenten. Leichter Zuwachs deutet sich im LKW-Segment und bei den Auszubildenden der Branche an.

Der Reifenhandel und das Vulkaniseur-Handwerk leiden unter den Umsatzeinbußen des vergangenen Jahres. Trotzdem blicken sie optimistisch in die Zukunft. - © Goodyear Dunlop

Mit gut 55 Millionen verkauften Fahrzeugreifen musste das Reifenersatzgeschäft  im Jahr 2012 einen Rückgang um rund 6 Millionen Einheiten gegenüber 2011 verkraften. "Damit war das vergangene Jahr alles andere als ein gutes Geschäftsjahr für unsere Branche. Nach guten Ergebnissen in den beiden Vorjahren war das Reifenersatzgeschäft 2012 in nahezu allen Produktbereichen von einem Rückgang unter Normalniveau geprägt“,  resümiert Peter Hülzer, 1. Vorsitzende des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) in Bonn.

In nahezu allen Reifensegmenten sanken die Absätze um mehr als zehn Prozent. Besonders hart getroffen hat es den Nutzfahrzeugbereich mit LKW-Reifen. Nach Stagnation der Absatzzahlen in 2011 musste die Branche 2012 in diesem Segment erneut ein Minus von etwa 13 Prozent verkraften.

Zurückführen lassen sich die Stückzahlrückgange laut Branchenverband auf verschiedene Faktoren. Hauptgründe seien die sinkenden Fahrzeugniederlassungen und die längeren Laufleistungen der Reifen.

"Um Kraftstoff zu sparen, wird weniger und langsamer gefahren, dadurch sinkt der Reifenverschleiß. Hinzu kommt, dass wegen des hohen Anteils, den die Kraftstoffkosten vom verfügbaren Kfz-Budget verschlingen, erforderliche Investitionen in Reparatur, Wartung und Ersatz von Verschleißteilen oft länger herausgezögert werden, als für die Fahrsicherheit gut ist", so Hülzer weiter.

Optimistische Erwartungen

Für 2013 sind die Betriebe optimistisch. In jedem einzelnen Segment erwartet die Branche Absatzsteigerungen. Den stärksten Zuwachs sollen laut BRV die Off-Road-Reifen erfahren. Doch auch im LKW-Bereich sei Einiges zu erwarten.

"Die Prognose im Produktbereich Lkw wird von der Hoffnung getragen, dass sich das Transportgeschäft stabilisiert und der Investitionsstau in den Fuhrparks sukzessive aufgelöst wird“, erläutert Hülzer.

Stabil bleiben laut Hülzer auch die Azubi-Zahlen im Vulkansieur-Handwerk. Über mangelnden Zulauf kann sich die Branche nicht beschweren. Etwa 250 bis 300 Jugendliche pro Jahr bewerben sich auf eine Ausbildungsstelle im Reifenhandwerk. "In den kommenden Monaten erwarten wir auch hier einen leichten Aufwärtstrend", betont Hülzer abschließend. dhz