Immer mehr Deutsche investieren in Bad und Heizung. So verzeichnet die Bilanz des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks einen gestiegenen Umsatz auf 36,8 Milliarden Euro.
Deutsche Hausbesitzer setzen verstärkt in die Wert- und Komfortsteigerung ihrer Immobilie. Davon profitiert auch das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk. In der Jahresbilanz von 2012 verzeichnet die Branche deshalb eine Steigerung des Umsatzes von 3 Prozent auf 36,8 Milliarden Euro. "Unsere Fachhandwerker sind zu wahren Anlagenberatern geworden“, erläutert Manfred Stather, Präsident des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) den fortgesetzten Konjunkturaufschwung seines Handwerks. "Die Menschen sehen in der Immobilie die sicherste Wertanlage und stecken ihr Erspartes in neue Bäder oder effizientere Heizungsanlagen“, so Stather weiter.
Im Verband sind etwa 30.000 Innungsbetriebe organisiert. Über eine mangelnde Auftragslage können sie sich nicht beschweren. 480.000 Bäder sind bereits in Planung, davon 195.000 auf altersgerechtem Niveau. Aktuell führt jeder Innungsbetrieb viermal so viel Badsanierungen durch als noch 2011.
Die Bilanz von 2012 zeigt allerdings auch, dass die Zahl der Heizungsmodernisierungen durch die Innungsbetriebe des SHK-Handwerks bei 525.000 installierten Anlagen lag. Stather betont: "Hier hat die monatelange politische Diskussion um eine mögliche steuerliche Abschreibung energetischer Sanierungsmaßnahmen einen noch deutlicheren Anstieg der Sanierungsquote behindert.“
Forderung von Marktanreizen
Die Privatkunden stellen mit 63,5 Prozent die größte Kundengruppe des Handwerks dar. Rund 75 Prozent eines Jahresumsatzes entfallen auf Auftragsarbeiten in Altbauten. "Diese Zahlen belegen, dass die Energiewende im Wärmemarkt durch das Handwerk realisiert wird“, sagt der ZVSHK-Präsident. Er fordert hierzu von der Politik endlich verlässliche Marktanreize und klare Konzepte. "Noch dreht sich bei der Politik beim Thema Energiewende alles um Strom. Die größte Energiequelle des Landes steckt aber in der Effizienzsteigerung im Wärmemarkt“, so Stather.
Mit Sorge blickt der ZVSHK weiter auf die Entwicklung der Ausbildungszahlen. Obwohl die Beschäftigtenzahl mit 342.280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im SHK-Handwerk insgesamt leicht angestiegen ist, ist die Zahl der Ausbildungsverhältnisse erneut gesunken. "Nach der Halbierung der Ausbildungsplätze von 70.000 auf 35.000 in den letzten 15 Jahren haben wir 2012 noch einmal einen Rückgang auf jetzt 33.600 verkraften müssen“, beklagt Stather den sich verstärkenden Fachkräftemangel. Die Bundesagentur für Arbeit hätte Ende 2012 erstmals das Fehlen von Fachkräften in der Klempnerei, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bestätigt.
Mit der 2012 gestarteten Kampagne "Volles Rohr Zukunft“ versucht der ZVSHK, qualifizierten Nachwuchs für die vier Ausbildungsberufe im SHK-Handwerk zu gewinnen. Das Ausbildungsportal www.vollesrohrzukunft.de bietet interessierten Jugendlichen vielfältige Informationen rund um die Berufe des Anlagenmechanikers, Klempners, Ofen- und Luftheizungs-bauers sowie des Behälter- und Apparatebauers. dhz/ZVSHK
