Der Bundesverband Kunsthandwerk (BK) feiert 2013 sein 75-jähriges Bestehen. Doch obwohl die Mitgliederzahlen steigen, kämpft er mit Problemen. Die betreffen nicht nur den Verband, sondern das gesamte Gewerk: Niemand weiß so recht, in welchen Nischen das Kunsthandwerk einzuordnen ist. Und um große Imagekampagnen zu starten, fehlt das Geld.
Mirabell Schmidt

Inzwischen beteiligen sich wieder rund 670 Betriebe und Landes- oder Regionalverbände im Bundesverband – und das mit steigender Tendenz. Dies stimmt Bettina Franz, Präsidentin des BK, optimistisch. "Es treten jährlich ca. 100 Mitglieder bei", so Franz.
Nach der großen Strukturreform im Jahr 2006, mit der man es Mitgliedern ermöglicht hatte, sowohl im Landes- als auch im Bundesverband dabei zu sein, war die Mitgliederzahl kurzfristig auf rund 300 gesunken. Ursächlich dafür war unter anderem der Austritt des bayerischen Landesverbandes, der die Umstrukturierung nicht mitmachen wollte. Vor allem Handwerker, Designer und freischaffende Künstler sind derzeit im Verband organisiert.
Zusammenarbeit mit regionalen Verbänden forcieren

Im Vergleich zu anderen Ländern genießt das deutsche Kunsthandwerk jedoch nach wie vor einen geringen Stellenwert. "Wir sind im hinteren Drittel", so Franz. In anderen Ländern, gerade in Asien, sei das Kunsthandwerk deutlich präsenter.
Doch um für das Handwerk zu werben hat der Verband kaum finanzielle Mittel für Projekte und Kampagnen. Daher liegt der Fokus momentan darauf, die Mitglieder wirtschaftlich gesund zu halten und sie mit einem großen Netzwerk in der Branche zu versorgen. Regelmäßig finden Symposien und Workshops statt, in denen sich Handweker Tipps für den eigenen Betrieb holen können. Doch das ist nicht genug. "Ich wünsche mir mehr Zusammenarbeit mit den regionalen Verbänden", sagt Franz.
Weltweit unterwegs
Der Verband steckt in derzeit einer schwierigen Situation. Viele Betriebe im Kunsthandwerk machen phasenweise nur einen geringen Umsatz. Franz: "Teilweise bitten uns Mitglieder, ihre Mitgliedschaft ruhen zu lassen, da sie sich den Beitrag nicht leisten können." Diese Problematik spiegelt sich auch in der relativ geringen Zahl der im Verband Organisierten.
Trotz der derzeitigen Lage ist der BK international sehr aktiv. "Es ist uns eine große Ehre zur "German Contemporary Arts & Crafts" anlässlich der Cheongju Crafts Biennale in Südkorea im Oktober dieses Jahres eingeladen worden zu sein", so Franz. Außerdem werden die Mitglieder des Verbands bei der Ambiente in Tokio, der Interior Lifestyle in Shanghai und der SOFA Art & Design in Chicago ihre Ausstellungsstücke präsentieren.