Tarifgespräche Friseurhandwerk: Mindestlohn soll kommen

Im deutschen Friseurhandwerk soll es künftig eine branchenweite Lohnuntergrenze geben. Darauf einigten sich der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Erste Verhandlungen starten im April.

Ein Haarschnitt beim Friseur könnte ab 2015 teurer werden. Im Friseurhandwerk soll bald ein Mindestlohn gelten. - © Foto: gemenacom/Fotolia

Dass es künftig einen möglichst flächendeckenden Mindestentgelttarifvertrag für das Friseurhandwerk geben wird, steht aus Sicht der Verhandlungspartner fest. Die Details wollen sie in Verhandlungsrunden festlegen, die im April beginnen sollen.

Ein erstes Sondierungsgespräch zwischen der Tarifgemeinschaft der Landesinnungsverbände im Friseurhandwerk mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sei in einer konstruktiven Atmosphäre verlaufen, meldet der Zentralverband. "Alle Parteien wollen in dieser Frage etwas bewegen und sind guter Hoffnung, zu einem vernünftigen Ergebnis zu gelangen", sagte Rainer Röhr, Hauptgeschäftsführer des Verbands, der das Treffen auf Arbeitgeberseite koordiniert hatte.

"Alle Landesverbände des Friseurhandwerks sehen die Notwendigkeit, einen branchenweiten Mindestlohn zu verhandeln", betonte auch Verdi-Verhandlungsführerin Ute Kittel nach dem Treffen. Die Frage sei jetzt nicht mehr ob, sondern wie ein Mindestlohn für die Branche zu gestalten sei.

2015 als Startdatum im Blick

Ein Sprecher der Verbands nannte als aktuellen Ansatz für die Verhandlungen auf Anfrage: "Wir wollen eine Lohndynamik entfachen und sind mit Hochkonjunktur dabei, die Verhandlungen voranzubringen." Zu den Vorgaben, mit denen der Verband in die Gespräche gehen möchte, wollte er keine Auskunft geben. Das sei jetzt eben Verhandlungssache.

Verdi will erreichen, dass es bis 2015 gelingt, das Mindestentgelt im Friseurhandwerk so zu entwickeln, dass die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten nicht mehr auf Aufstockungsleistungen angewiesen ist, sagte Kittel. Und auch das Friseurhandwerk strebt eine schnelle Lösung an. "Aber von heute auf morgen geht das natürlich nicht, da ja alles in stabile tarifrechtliche Strukturen gegossen werden muss", sagte der Sprecher.

Mit den Mindestlohnverhandlungen will die Gewerkschaft aber auch ein Umdenken bei den Kundinnen und Kunden der Friseure erreichen. Diese müssten sich darauf einstellen, dass mit einem Branchenmindestlohn das Ende der Ära "Billig" eingeleitet werde. "Fairen Löhnen folgen dann auch faire Preise", so Kittel. jtw