Fachkräfte-Analyse Klempner werden knapp

Neue Analyse der Arbeitsagentur: In technischen Berufen fehlen Fachleute. Vor allem im SHK-Handwerk wird die Suche nach Fachkräften immer schwerer. Zwar gibt es noch keinen generellen Fachkräftemangel, doch auch im Handwerk probiert man neue Möglichkeiten aus und wirbt nun um frustrierte Studenten.

Burkhard Riering

Der Fachkräftemangel zeigt sich jetzt auch stärker in technischen Berufen wie im SHK-Handwerk. - © Foto: Kurhan/Fotolia

Dass Ingenieure und Ärzte in Deutschland fehlen, stellt die Bundesagentur für Arbeit schon seit Jahren fest. Nun ergab ihre neueste Fachkräfte-Analyse, dass auch in vielen technischen, nichtakademischen Berufen Fachpersonal rar wird. Was viele Betriebsinhaber schon längst spüren, ist nun auch offiziell in den Statistiken der Bundesagentur festgehalten.

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Fachkräftemangel in technischen Berufen

Unter anderem werden Klempner knapp, wie die Zahlen zeigen. Auf einen arbeitslosen Klempner kommen rechnerisch zwei freie Stellen. Im Schnitt braucht ein Betriebschef 110 Tage, um die Stelle des Klempners wieder erfolgreich zu besetzen. Das sind 19 Tage mehr als noch vor einem Jahr (siehe Grafik). Im Schnitt aller untersuchten Berufe liegt die Vakanz bei 80 Tagen.

Kein genereller Mangel

Auch in der Energietechnik, in der Mechatronik und in der Elektrotechnik hat sich die Lage am Personalmarkt laut der Untersuchung zuletzt zugespitzt. Vor allem die Firmen in den westdeutschen Bundesländern haben Probleme.

Raimund Becker, Vorstand der Bundesagentur, sieht gegenwärtig noch keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland. "Es gibt aber Warnsignale", so Becker. In einzelnen Branchen hätte sich die Lage weiter verschärft. "Und gegenüber früheren Analysen sind weitere Berufe hinzugekommen, bei denen sich klare Engpasssituationen abzeichnen."

Auch das Handwerk hat Engpässe. In einer Online-Umfrage der Deutschen Handwerks Zeitung gaben fast 50 Prozent an, dass es schon jetzt enorm schwer sei, Leute zu finden. 35 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen das Thema dagegen als weniger gravierend an.

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Fachkräftemangel

Im Handwerk fehlen vor allem Nachwuchskräfte. Die Zahl der Ausbildungsverträge ist rückläufig. Zum Stichtag
31. Oktober 2012 waren noch rund 14.000 Lehrstellen unbesetzt. Und die Betriebe müssen mit weiter sinkenden Schulabgängerzahlen fertig werden.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks zapft viele Quellen an, um den Mangel in den Betrieben zu lindern. Unter anderem bemüht sich das Handwerk um qualifizierte Zuwanderer und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse.

Buhlen um Studenten

Anfang Januar warb Handwerkspräsident Otto Kentzler zudem in einem Zeitungsinterview um frustrierte Studenten. "Im Handwerk bekommen sie eine klare Orientierung – und zwar nach oben. Gesellenbrief, Meisterbrief, Selbstständigkeit – Berufserfolg statt Studienfrust", sagte Kentzler der "Saarbrücker Zeitung". Erste Pilotprojekte für Studienabbrecher laufen, etwa die bundesweite Initiative "Karriereprogramm Handwerk: Studienanschluss statt -abbruch" der Handwerkskammer für Unterfranken in Würzburg.