Weihnachten 2013 Handwerk und Tafeln greifen Bedürftigen unter die Arme

Festlich geschmückte Tische, unzählige Leckereien und Lichterglanz: Weihnachten kann so schön sein. Doch während die einen genießen dürfen, können sich andere kaum ihr tägliches Brot leisten. In Deutschland setzen sich fast 900 Tafeln dafür ein, die Armut dieser Menschen zu lindern. Unterstützt werden sie dabei von zahlreichen Handwerkern.

Mehr als 20 Kilo Würste spendet die Metzgerei Ebert jede Woche an Bedürftige. - © Foto: ZDH

11 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jedes Jahr weggeworfen, obwohl viele von ihnen noch genießbar wären. Gleichzeitig ist jeder fünfte Einwohner von Armut betroffen – insgesamt rund 16 Millionen Menschen. Die Tafeln sammeln Lebensmittel und geben diese kostenlos oder gegen einen symbolischen Obolus an bedürftige Menschen ab. Dieses Angebot nehmen mittlerweile etwa 1,5 Millionen Tafelkunden regelmäßig an. Unterstützt werden die Tafeln dabei von mehr als 50.000 freiwilligen Helfern und tausenden Spendern – darunter zahlreiche Handwerksbetriebe.

"Auch das Handwerk leistet einen wichtigen Beitrag zu unserer Arbeit", sagt Anke Assig, Pressesprecherin des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V.. "Wir freuen uns sehr, dass sich so viele Handwerksbetriebe mit Geldspenden, Sachspenden oder eben mit ihrem handwerklichem Know-how bei uns einbringen." Das sei ganz im Sinne des Tafel-Mottos: "Jeder gibt, was er kann".

Der Tischler als Weihnachtsbaumverkäufer

So verwandelt beispielsweise Tischlermeister Jens Meinert seit sieben Jahren seinen Betriebshof kurz vor Weihnachten in einen Marktplatz. Dann verkauft er zusammen mit seinen fünf Mitarbeitern etwa 150 Nordmanntannen und Blaufichten. Besucher bekommen Glühwein und Kekse. Die etwa 1000 Euro Verkaufserlös spendet der 42-Jährige an die Rostocker Tafeln – für ihn eine Selbstverständlichkeit: "Meiner Familie geht es gut, dafür bin ich sehr dankbar, und ich möchte dazu beitragen, dass es auch anderen gut geht." Bei den Rostockern kommt der Weihnachtsbaum-Markt von Meinert gut an, sie freuen sich bereits darauf, wenn er in diesem Jahr ab dem 17. Dezember für fünf Tage wieder seine Pforten öffnet.

Kiloweise Wurst für Bedürftige

Metzgermeister Michael Ebert unterstützt dagegen seit mehr als zehn Jahren den Franziskustreff der Frankfurter Liebfrauengemeinde. Seit einigen Jahren spendet der Hesse zudem Lebensmittel an die Frankfurter Tafel. Mehr als 20 Kilogramm Würste stellt der Handwerksbetrieb „Metzgerei & Feinkost Ebert“ jede Woche extra für die Bedürftigen her. "Es ist für uns selbstverständlich, uns für bedürftige Menschen zu engagieren und ihnen zu helfen", so Ebert.

Die Tafeln bekommen überzähliges Brot

Auch Handwerksmeister Stephan Kraus spendet seit sechs Jahren regelmäßig an die Tafeln. Die nicht verkauften Waren seiner 41 Bäckereifilialen werden jeden Abend in der Zentrale gesammelt und von den Tafeln aus Köln und Umgebung abgeholt. Für den gelernten Bäcker und Konditor, der Wert auf regionale Produkte und hohe Qualität legt, eine Selbstverständlichkeit: „Wir möchten kein verzehrfähiges Brot wegwerfen, wenn wir es auch an Menschen weitergeben können, die es benötigen." Neben den Tafeln unterstützt Kraus auch die Weihnachtsfeier der Kölner Mitternachtsmission mit Weihnachts-gebäck für Obdachlose.

Werbung für eine gute Sache

Reklame ist ihr Geschäft – doch für die Berliner Tafeln sind die Handwerker der Hruby Werbetechnik seit mehr als 15 Jahren kostenlos in Einsatz: Sie bekleben die Fahrzeuge, drucken Werbebanner oder fertigen Schilder an. Für die Lichtreklametechniker und Tischler des Berliner Traditionsbetriebs ist die Unterstützung der Tafeln Ehrensache. Hruby-Geschäftsführer Fritz Naumann sagt: "Wir halten diese Einrichtung für eine sinnvolle Sache und freuen uns, dass auch wir unseren Beitrag zum Erfolg der Berliner Tafeln beitragen können". dhz