Super-Könner im Zimmererhandwerk Mit Hammer, Zollstock und 3D-Software

Altbewährte Bautechniken sind für Zimmerermeister Thomas Kopp im Berufsalltag ebenso selbstverständlich wie die neuen digitalen Möglichkeiten. Sein Fachwissen hat den 26-Jährigen schon in die USA geführt. Zurück im Schwarzwald verwirklicht er seinen Traum vom eigenen Betrieb und vom denkmalgeschützten Schwarzwaldhof. Ein neuer Film der Super-Könner.

Auch wenn aus dem Berufsalltag der Zimmerer nicht mehr wegzudenken ist, Thomas Kopp arbeitet dennoch am liebsten außerhalb des eigenen Büros. - © Foto: Zentralverband des Deutschen Handwerks

"Das traditionelle Zimmererhandwerk ist auf jeden Fall im digitalen Zeitalter angekommen", erklärt Thomas Kopp, während sich auf seinem Computerbildschirm das virtuelle 3D-Modell einer Hauskonstruktion dreht. In wenigen Mausklicks ruft der junge Zimmerer Statikwerte und Holzmengen auf und verschickt sie per E-Mail an seine Zuliefererbetriebe.

"Früher hat man Baumstämme zur Baustelle gebracht und dann haben Zimmerleute die zurechtgeschlagen", sagt Kopp. Heute schicke man stattdessen einfach ein PDF-Dokument an das Sägewerk und dann komme fertige Holz zu ihm auf den Hof, beschreibt der Zimmerermeister die neuen Möglichkeiten in seinem Handwerk. Doch auch wenn innovative Software heute viele Arbeitsschritte erleichtert, greift der Schwarzwälder immer noch gerne selbst zu Zollstock und Hammer: „Ein reiner Bürojob wäre nix für mich – ich brauche Freiheit, muss draußen sein können und Action haben“.

Aufgewachsen ist Thomas Kopp in einer echten Handwerker-Großfamilie: Sein Großvater war Wagner, sein Vater ist Maurer und seine Brüder sind Zimmerer und Kfz-Mechaniker. Dass er selbst einmal zu einem echten Holzexperten werden würde, zeichnete sich früh ab. Schon als Kind zog er durch die umliegenden Wälder und spielte in der Wagnerwerkstatt seines Großvaters.

Aus dem Schwarzwald nach Amerika und zurück

Schließlich macht Kopp eine Lehre im Zimmererbetrieb seines Bruders. Danach bekam er das Angebot, Arbeitserfahrung im Ausland zu sammeln. An der amerikanischen Ostküste baute er einige Monate an luxuriösen Holzvillen für die amerikanische "Upper-Class" mit. Denn "German Know-how" ist gefragt, wie Kopp erläutert: "Mit unserer Ausbildung ist man dort hoch angesehen. Wir deutschen Zimmerer verfügen über Fachkenntnisse, die anderen oft fehlen".

Zurück im Schwarzwald gründete Kopp seinen eigenen Zwei-Mann-Betrieb. Seine Aufträge reichen von der Fassadensanierung über Dacharbeiten bis zur Bauleitung ganzer Hauskonstruktionen.

Der Traum vom eigenen Schwarzwaldhof

An der Selbstständigkeit gefällt ihm vor allem die freie Zeiteinteilung. Nach Feierabend kümmert sich der Zimmerermeister um einen denkmalgeschützten Schwarzwaldhof aus dem 17. Jahrhundert. Den hat er vor zwei Jahren gekauft und hat Teiles des großen Grundstücks zu Werk- und Lagerstätten umfunktioniert. Dann begann er Stück für Stück, das sanierungsbedürftige Bauernhaus in ein gemütliches Zuhause zu verwandeln.

"Wenn man die Arbeitsstunden bezahlen müsste, könnte man sich das nicht leisten, aber da ich als Zimmermann alles selbst machen kann und viel Spaß daran habe, ist es möglich", sagt er stolz. Sobald er auch das Obergeschoss ausgebaut hat, möchte der junge Handwerker auch noch das Nebenhaus sanieren. Den Platz zur Bewirtung von Gästen braucht Thomas Kopp auch: "Ich will, dass die Familie immer da ist, dass der Tisch voll und Leben auf dem Hof ist."

Mehr über Thomas Kopp und andere junge Handwerker erfahren Sie hier in den Filmen der Super-Könner.