Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) plädiert für Öffnung des Wettbewerbs bei Fertigung und Vertrieb sichtbarer Karosserieteile. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel haben ZDK-Präsident Robert Rademacher und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk um Unterstützung bei diesem Vorhaben im Ministerrat in Brüssel gebeten. Der ZDK erhofft sich günstigere Preise für Betriebe und Verbraucher.

Anlass für die Initiative, so der ZDK, sei die erneute Diskussion über die Europäische Designrichtlinie 98/71/EG. Auf deren Grundlage unterlägen sichtbare Kfz-Teile, wie etwa Stoßfänger, Kotflügel oder Scheinwerfer, dem Vertriebsmonopol der Automobilhersteller. EU-Kommission und Europäisches Parlament hätten sich jedoch bereits im Jahr 2007 für eine Reparaturklausel und damit für eine Öffnung des Wettbewerbs ausgesprochen. Im Ministerrat werde diese Klausel bislang von den großen Industrienationen blockiert, darunter auch Deutschland.
Kleine und mittlere Kfz-Betriebe sowie Verbraucher hätten jedoch ein Interesse an dieser Klausel, da die Preise für die Monopolteile im Vergleich zu anderen Ersatzteilen sehr viel stärker gestiegen seien. Die Betriebe hätten schließlich keine andere Bezugsquelle für die oft zu ersetzenden sichtbaren Teile. dhz