Das deutsche Baugewerbe rechnet vor allem wegen der anhaltend hohen Nachfrage im privaten Wohnungsbau für dieses und nächstes Jahr mit weiterem Umsatzwachstum. "Für 2012 erwarten wir ein Umsatzplus von 2,3 Prozent", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, Hans-Hartwig Loewenstein. Damit würde das mittelständisch geprägte Baugewerbe rund 94 Milliarden Euro umsetzen.

Bei der Konjunkturpressekonferenz in Berlin prognostizierte Loewenstein, dass der Umsatz im kommenden Jahr sogar einen Umsatz um drei bis vier Prozent zulegen könne, vorausgesetzt die Baugenehmigung im Wirtschaftsbau werden tatsächlich umgesetzt. In den Zuwachsraten beim Umsatz würden sich aber auch höhere Kosten widerspiegeln.
Angesichts der positiven Prognosen rechnet der Verband im Jahresdurchschnitt mit einem Plus bei den Beschäftigten um 1,5 Prozent auf 745.000 Mitarbeiter. Dabei könnten auch zunehmend ältere Mitarbeiter gehalten werden. Keine Hoffnung macht sich Loewenstein, dass sich die Länder im Vermittlungsausschuss noch zu einer Einigung bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Investitionen in die energetische Gebäudesanierung durchringen könnten.
Auftragsplus im privaten Wohnungsbau
Im privaten Wohnungsbau sieht der Verband trotz der hohen Nachfrage noch keine Immobilienblase. Noch gebe es Nachholeffekte bei der Nachfrage und die Preisentwicklungen seien zu einem guten Teil durch Kostensteigerungen begründet und regional sehr unterschiedlich, hieß es. Insgesamt erwartet der Verband angesichts der starken Auftragseingänge im privaten Wohnungsbau bis zum Jahresende ein Umsatzplus von knapp sieben Prozent auf 33,02 Mrd. Euro. Für das nächste Jahr rechnet Loewenstein mit einem Plus von vier bis sechs Prozent.
Deutlich unsicherer sind nach den Worten Loewensteins dagegen die Prognosen beim Wirtschaftsbau. Zwar zeigten hier die Baugenehmigungen mit einem Plus von 15 Prozent ein sehr positives Bild, gleichwohl seien die Prognosen angesichts der anhaltenden Euro-Schuldenkrise mit Risiken behaftet. „Baugenehmigungen sind noch keine Bauaufträge“, gab der Verbandspräsident zu bedenken. Bliebe allerdings die Investitionsneigung erhalten, sei 2013 noch ein Umsatzplus von zwei Prozent möglich. Für dieses Jahr rechnet Loewenstein mit einem Plus von 2,5 Prozent auf knapp 34,5 Mrd. Euro.
Mit Blick auf den öffentlichen Bau begrüßt der Verbandspräsident die beim jüngsten Koalitionsgipfel vereinbarte Aufstockung der Infrastrukturinvestitionen um 750 Millionen Euro. Auch hätten sich die Auftragseingänge im Hochbau etwas gefangen. Für das kommende Jahr sei deshalb durchaus ein Umsatzplus von vier Prozent möglich. Für 2012 erwartet der Verband allerdings noch ein Minus von knapp drei Prozent auf 26,8 Mrd. Euro. bir