Messe AIRTEC für Zulieferunternehmen in Stuttgart Mit dem Handwerk in den Weltraum

Die Zulieferunternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche treffen sich in diesem Jahr vom 6. bis 8. November 2012 auf der AIRTEC in Stuttgart. Auch in diesem Jahr sind wieder viele Handwerksbetriebe vertreten. Denn Handwerker wie Maschinenbauer, Graveure, Systemelektroniker oder technische Modellbauer fertigen wichtige Komponenten für die Luft- und Raumfahrt.

Die Kownatzki GmbH & Co. KG aus Wehr liefert beispielweise Bauteile für den Airbus A380. - © ZDH

Die deutsche Luft- und Raumfahrtbranche wächst: Der Gesamtumsatz des Wirtschaftszweigs stieg 2011 auf das Rekordniveau von 25,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig erreichten die Beschäftigtenzahlen erstmalig 97.400 Personen.

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luft- und Raumfahrt ist auch ein Erfolg des Handwerks. Egal, ob für die Entwicklung von Hightech-Materialien, für die Realisierung von neuen Fertigungsverfahren oder für die Ausarbeitung von Problemlösungen.

Mit Hightech aus dem Schwarzwald um die Welt

Internationale Luftfahrtriesen vertrauen auf die Arbeit des deutschen Handwerks – zum Beispiel auf die Kownatzki GmbH & Co. KG aus Wehr. Die badischen Feinwerkmechaniker fertigten etwa für den A380 Komponenten, die zur Steuerung der Landeklappen des Fliegers benötigt werden.

Michael Kownatzki: "Die gegenwärtige Technik ist so komplex, da möchte fast niemand Standardware. "Kownatzkis Zahnrad- und Getriebefabrik liefert ihren Kunden neben Hochpräzisionsteilen auch die Konzepte zu technischen Fertigungsverfahren.

So hat sich das Unternehmen aus dem Schwarzwald mit seinen knapp 100 Mitarbeitern international einen herausragenden Ruf in der Antriebstechnik erarbeitet. Entsprechend hochrangig ist die Liste der Auftraggeber – und das nicht erst seit heute: Schon für die Mondlandung 1969 lieferte das Familienunternehmen Präzisionsbauteile an die NASA.

Eine weitere Innovation, die Flugzeugbauer-Herzen höher schlagen lässt, stammt aus einer schwäbischen Werkzeugfabrik.

Die Werkzeuge des Graveurbetriebs Leonhardt aus Hochdorf sind ideal für die Bearbeitung von carbon- und glasfaserverstärkten Werkstoffen, wie sie in der Luft- und Raumfahrt verwendet werden. "Wir haben uns frühzeitig den Zugang zum Werkstoff Keramik erarbeitet", sagt Geschäftsführer Wolfgang Leonhardt.

Der Graveurbetrieb Leonhardt aus Hochdorf liefert Schneidewerkzeuge aus Hochleistungskeramik zur Bearbeitung von carbon- und glasfaserverstärkten Werkstoffen. - © ZDH
Graveurbetrieb Leonhardt

Schneidewerkzeuge aus Hochleistungskeramik sind leicht, langlebig und härter als Stahl. Mit seinen 21 Mitarbeitern gehört Leonhardt heute zu den gefragtesten Spezialisten für Werkzeuge und Präzisionsteile im deutschsprachigen Raum.

Keramik für die Luft- und Raumfahrt

Unter der Leitung des Keramikspezialisten Wolfgang Burger entwickelt man dort Rezepte und Verfahrenstechniken für noch leistungsfähigere Fertigungsstoffe. Und das mit Erfolg: Für ihre bahnbrechenden Produkte und Verfahren wurden der Leonhardt Graveurbetrieb und die OxiMaTec GmbH 2012 mit dem Kompetenzpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

"Unsere Spezialkeramik Dimacer ist widerstandsfähig wie eine Keramik und dabei leitfähig wie Metall – eine technische Errungenschaft made in Hochdorf", beschreibt der Unternehmer seine Innovation. Mit ihr profitiert die internationale Luftfahrtindustrie einmal mehr vom Erfindergeist des deutschen Handwerks.

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