Ein häufig zu verhinderndes Gesundheitsrisiko auf der Baustelle sind Verletzungen oder Todesfälle infolge eines Brandes. Folgende Sicherheitsvorkehrungen sollten Sie als Verantwortlicher deshalb rechtzeitig treffen.
Handwerker auf der Baustelle sind umgeben von Gefahrenquellen. Im vergangenen Jahr kam es nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft auf deutschen Baustellen trotz leicht abnehmender Tendenz immer noch zu 116.689 Unfällen. Einige davon waren Folge eines Brandes, der durch diese Sicherheitsvorkehrungen womöglich verhindert hätte werden können.
Vor Beginn der Bauarbeiten
- einen Flucht- und Rettungsplan sowie eine Brandschutzordnung erstellen und die eingesetzten Handwerker darüber unterweisen
- Notrufnummern hinterlegen
- Flucht- und Rettungswege gut sichtbar kennzeichnen
- Bauhilfsmittel (z.B. Gerüste) einkaufen, die aus nichtbrennbaren Materialien bestehen
- Behelfsgebäude wie Baubüros, Aufenthaltsräume oder Materiallager aus nichtbrennbaren oder zumindest schwerentflammbaren Baustoffen errichten
- eine Brandübertragung durch Wärmestrahlung oder Funkenflug mittels ausreichender Sicherheitsabstände zwischen Bauunterkünften und Behelfsbauten verhindern; diese erleichtern es im Ernstfall auch der Feuerwehr, Lösch- und Rettungsmaßnahmen zügig durchzuführen
- Behelfsbauten ebenso wie Arbeitsstoffe und brennbare Flüssigkeiten mit entsprechenden Warnhinweisen auf Sicherheitsrisiken kennzeichnen
- Feuerlöscher und Branddecken für Sofortmaßnahmen in Personalunterkünften und eingerichteten Kochstellen zur Verfügung stellen
Während der Bauarbeiten
- Notausgänge nicht verschließen
- Brandwände geschossweise mit dem Baufortschritt errichten
- Feuerschutz- und Rauchschutztüren einrichten
- Treppenräume geschossweise mit dem Baufortschritt errichten, damit Flucht- und Rettungswege sowie ein Zugang zum Brandherd sichergestellt sind
- Öffnungen in baulichen Trennungen (Wänden, Decken) abschotten
- Blitzschutzanlagen installieren
- sichere Lagerung von brennbaren Stoffen in bruch- und feuerfesten Behältnissen
- tägliche Beseitigung von brennbaren Packmitteln
- mindestens wöchentliches Aufräumen der Baustelle
- Rauchen im Umfeld von entzündlichen und explosionsgefährlichen Stoffen strikt untersagen und stattdessen Raucherinseln einrichten oder ein generelles Rauchverbot festlegen
- dauerhaften Einsatz von motorbetriebenen Maschinen und elektrischen Geräten vermeiden, um einer Überhitzung vorzubeugen
- Kabel und Leitungen regelmäßig auf Schäden prüfen und nicht notbedürftig flicken, sondern durch Fachpersonal mit entsprechendem Erlaubnisschein reparieren lassen
- Beleuchtungskörper nicht abdecken
- Kerzen, Brenner und offene Flammen nicht unbeaufsichtigt lassen
- zu arbeitsfreien Zeiten alle elektrischen Geräte komplett abschalten
- Schutz vor Brandstiftung durch einen lückenlosen Bauzaun und eine Zugangssicherung von Baugerüsten und Gebäuden; im besten Fall nächtliche Bewachung durch einen Sicherheitsdienst
