Die Elektrohandwerke sind nach Auffassung von Walter Tschischka fit für die Energiewende. Der Präsident des Zentralverbands der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) forderte auf der Jahrestagung des Verbandes allerdings mehr Unterstützung von der Politik und ein Stärkung der Organisation im wachsenden Wettbewerb. Die Delegierten beschlossen eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags.

ZVEH-Präsident Walter Tschischka ging auf die Situation in der E-Branche ein. "Vor dem Hintergrund des wachsenden Wettbewerbs und der Vielfalt der neuen Aufgabenfelder ist es unsere gemeinschaftliche Aufgabe, die Zukunft unserer Organisation zu sichern", sagte er. Um die Qualität der Interessenvertretung und der Serviceleistungen des ZVEH zu erhalten, sei eine Erhöhung der Mitgliedsbeträge unumgänglich. Die Delegierten beschlossen daher eine stufenweise Beitragserhöhung ab dem Jahr 2014 bis 2017. Zuvor entlasteten sie den ZVEH-Vorstand und die Geschäftsführung einstimmig bei der Jahresrechnung 2011 und bestätigten den aktuellen Haushaltsplan für 2012. Der Haushaltsplanentwurf 2013 wird laut den Beschlüssen zur Beitragserhöhung festgestellt.
Steffen Joest: Chancen bei Energiedienstleistungen nutzen
Gastreferent Steffen Joest von der Deutschen Energieagentur ermunterte die Elektrobetriebe, mit Energiedienstleistungen stärker auf die Kunden zuzugehen. "Die Mehrzahl der Player im Markt hat dieses Feld noch nicht wirklich erschlossen", sagte Joest. Das sei eine große Chance für die E-Handwerke. Tschischka forderte hingegen von der Politik eine klarere politische Linie, die es den Betrieben ermögliche, die Energiewende umzusetzen. Die Unernehemn seien schließlich gut vorbereitet – unter anderem durch die Neufassung der Ausbildungsverordnung zu Anfang des Jahrtausends.
Weitere Themen waren der Erhalt der Netzstabilität (50,2-Hertz-Problematik), die Wettbewerbssituation bei Energiedienstleistungen oder neue Techniken bei der Gebäudevernetzung. Vorgestellt wurde auch die Richtlinie zum neuen E-CHECK PV, der Prüfung von Photovoltaikanlagen durch die E-Handwerke. Ab Herbst 2012 werden dazu Schulungen angeboten.