Bauhauptgewerbe Mindestlohn schützt vor ausländischer Konkurrenz

Der Mindestlohn im Bauhauptgewerbe schützt heimische Arbeitnehmer vor ausländischer Konkurrenz. Zu diesem Ergebnis kommen drei Wirtschaftsforschungsinstitute in einer gemeinsamen Studie für das Bundesarbeitsministerium. Demnach hätten die Arbeitnehmer von der Einführung des Mindestlohns sowohl finanziell als auch bei der Anzahl der Jobs profitiert. Das berichtet das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln.

Entgegen der Befürchtungen der Mindestlohngegner wurden nach der Einführung keine Jobs abgebaut, so die Studie. Im Osten Deutschlands sei lediglich die Chance gesunken, nach einem Jobverlust einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Auch die Lohnzuwächse insgesamt seien nicht sehr hoch gewesen. Die Bruttostundenlöhne in der Baubranche seien seit 1997 in Ostdeutschland um 2,4 Prozent und in Westdeutschland um 1,4 Prozent stärker gestiegen als ohne Mindestlohn. Allerdings bekamen in Westdeutschland nur vier Prozent der Arbeitnehmer einen Mindestlohn, im Osten dagegen waren es immerhin 24 Prozent. Da die Löhne in Westdeutschland 30 bis 45 Prozent höher sind als in Ostdeutschland sind, sei für die meisten Mitarbeiter im Westen der Mindestlohn gar nicht von Bedeutung. Im Osten entspreche der Mindestlohn in etwa 85 Prozent des durchschnittlich gezahlten Lohns.

Tarifbindung ist im Westen höher

Ursache sei, so die Studie, dass im Westen viel mehr Arbeitnehmer nach Tarif bezahlt würden als im Osten. Die tariflich ausgehandelten Löhne seien meist höher als die festgelegte Lohnuntergrenze.

Die Studie wurde vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg, dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Essen und dem Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik in Köln erstellt.