Die Unternehmen des E-Handwerks können sich im ersten Quartal 2012 über eine sehr gute Geschäftsentwicklung freuen. Damit kann die Branche den Trend aus dem vergangenen Jahr fortsetzen.
Über die Hälfte der E-Betriebe in Deutschland bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ (54 Prozent), weitere 40 Prozent bewerten die Situation immerhin als „befriedigend“. Der Geschäftsklimaindex kletterte auf den historischen Höchststand von 74 Punkten (Frühjahr 2011: 68 Punkte). Die Umfrageergebnisse des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) deuten darauf hin, dass die starke Konjunkturentwicklung der Branche im vergangenen Jahr auch 2012 anhält.
Kein Abschwung in Sicht
Die befragten Chefs der elektro- und informationstechnischen Handwerksbetriebe zeigten sich auch für die weitere Entwicklung überaus optimistisch. Mehr als drei Viertel von ihnen gehen davon aus, dass das Hoch in den kommenden sechs Monaten anhalten wird, 13 Prozent sehen sogar noch Luft nach oben. Gerade einmal zehn Prozent stellen sich auf eine Abkühlung ein. Bei aller Euphorie zeigt der aktuelle Index für diesen Wert jedoch auch, dass in den Unternehmen gesunder Realitätssinn vorherrscht: Im Vergleich zum Frühling 2011 ist er um einen Punkt auf 52 gesunken – auf eine leichte Abkühlung ist man also eingestellt.
Die ungewöhnlich starke Auftragslage sorgt auch für eine sichere Situation für die Beschäftigten. 20 Prozent der Befragten geben an, dass sie im vergangenen Halbjahr Mitarbeiter eingestellt haben, knapp 70 Prozent, dass der Mitarbeiterstamm unverändert blieb. Drei von vier Unternehmern gehen davon aus, dass die Mitarbeiterzahl auch im nächsten halben Jahr gleich bleiben, zwei von zehn, dass sie sich erhöhen wird. Nur fünf Prozent meinten, dass sie absehbar weniger Angestellte beschäftigen können. 31 Prozent der Befragten meldeten offene Stellen, im Frühjahr 2011 waren es nur 25 Prozent.
Wachstum in Ost und West
Das außergewöhnlich gute Ergebnis ist auch darauf zurückzuführen, dass vor allem die Aufträge von Privathaushalten im Jahresvergleich erneut zugenommen haben. Die Orders aus der gewerblichen Wirtschaft haben sich ebenfalls geringfügig vermehrt. Diese Ergebnisse decken sich mit der Aussage von 38 Prozent der Umfrageteilnehmer, die berichteten, dass der Umsatz im Handwerksbereich gestiegen sei (Frühjahr 2012: 29 %). Aber auch im Handelsbereich meldeten 19 Prozent ein Umsatzwachstum. Von diesen Ergebnissen berichten die Betriebe in Ost- und Westdeutschland gleichermaßen. Die Firmen waren so gut ausgelastet wie schon lange nicht mehr: Ein Viertel meldete ein Auftragspolster von ein bis zwei Monaten, ein weiteres bis zu vier Monaten und darüber hinaus.
Die seit etwa zwei Jahren rasante Steigerung der Einkaufspreise scheint der ZVEH-Umfrage zufolge eine Grenze erreicht zu haben. Zwar berichteten immer noch 77 Prozent davon, dass die Einkaufspreise gestiegen seien, im Frühjahr 2011 waren es aber noch 79 Prozent. Zugleich scheint es endlich zu gelingen, die Angebots- und Verkaufspreise anzupassen: Immerhin 35 Prozent konnten höhere Verkaufspreise am Markt durchsetzen, im Frühjahr 2011 waren dies nur 30 Prozent.
Bilanz für 2011 vorlegt
Messen lassen muss sich das E-Handwerk aber nicht an Umfrageergebnissen, sondern an den tatsächlichen Ergebnissen – und die waren 2011 ebenfalls sehr erfreulich. In allen Zweigen – ob Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinenbau – kletterten die Umsätze. Insgesamt stieg der Umsatz der 74.663 Betriebe im Jahr 2011 um 5,7 Prozent auf 56,9 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1,1 Prozent auf insgesamt 468.299.
Zu den Beschäftigten zählen 39.220 Auszubildende in den sieben Ausbildungsgängen der elektro- und informationstechnischen Handwerke. Im Jahr 2011 wurden 12.843 neue Ausbildungsverträge in den Berufen der E-Handwerke abgeschlossen. Damit rangieren die E-Handwerke an zweiter Stelle bei der Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Handwerk insgesamt. Zu den beliebtesten Berufen gehören die Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik – die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge erhöhte sich im vergangenen Jahr um 6,2 Prozent. sg/ZVEH
