Bäcker Mehr Umsatz bei weniger Betrieben

Zum 3. Mal in Folge kann das Bäckerhandwerk im Jahr 2011 mit rund 13,3 Milliarden Euro steigende Umsätze melden. Doch sinkende Betriebszahlen, der harte Wettbewerb, die Rohstoffpreise und Nachwuchssorgen setzen die Branche weiter unter Druck.

Die energieintensiven Betriebe der Bäcker müssen im Zuge der Energiewende und durch die EEG-Umlage mit weiter steigenden Kosten rechnen. - © ZV des Deutschen Bäckerhandwerks

Dennoch behaupten sich die deutschen Bäcker auf dem hart umkämpften Backwarenmarkt. Trotz der Konkurrenz durch Discounter und Lebensmittelhandel, die jeweils neben dem Bäckerhandwerk ein Drittel des Brotes in Deutschland absetzen, behaupten sich die Handwerksbäcker mit 50 Prozent des Umsatzes in diesem Segment. Doch die Zahl der Betriebe ist auch 2011 weiter zurückgegangen. Gleiches gilt für die Beschäftigtenzahlen, die mit 292.400 leicht unter dem Vorjahresniveau liegen.

Trotz der guten Umsatzzahlen haben die Betriebe mit drei schwerwiegenden Kostenfaktoren zu kämpfen. Zum einen ist da die stärkere Nachfrage, die umgekehrt zu höheren Preisen führt. Das gelte im Besonderen für das weltweite Getreideangebot, das zunehmend knapper wird. Gründe sind unter anderem der subventionierte Anbau schnell nachwachsender Energiepflanzen für Agrokraftstoffe, die steigende Nachfrage durch die wachsende Erdbevölkerung und neue Märkte im asiatischen Raum, die Brot als Grundnahrungsmittel gerade erst entdecken. Weitere Ursachen, so der Verband, seien die Spekulationen mit Rohstoffen an der Börse und die relativ schlechte Ernte der letzten Jahre.

Energieintensive Betriebe leiden unter der EEG-Umlage

Ebenfalls kostentreibend ist die Bezahlung qualifizierter Mitarbeiter. Da vielerorts Fachkräfte fehlen, müssen mehr Mitarbeiter weitergebildet werden. Der demographische Wandel zwingt die Bäcker außerdem, in die Suche nach geeigneten Lehrlingen zu investieren.

Dritter Kostenfaktor ist die Energie. Die energieintensiven Betriebe hätten unter der fortschreitenden Erhöhung der Umlage für das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) zu leiden. Zwar sei durch die Novellierung des EEG die Grenze für privilegierte Unternehmen zur Vergütung der EEG-Abgaben auf 1 GWH heruntergesetzt worden, doch im Gegensatz zu den Industriebäckereien könnten davon nur sehr wenige Handwerksbäcker profitieren. Auch der Ausbau der Netze im Zuge der Energiewende und die daraus resultierenden Erhöhungen von Abgaben und Steuern würden die Betriebe enorm belasten, so der Verband.

Kosten schränken Wettbewerbsfähigkeit ein

Kostenfaktoren dieser Größenordnung, schränken die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen- und mittelständischen Handwerksbetriebe gegenüber der Industrie unweigerlich ein, da sich Mehrausgaben nur begrenzt intern auffangen lassen und letztendlich an den Verbraucher weitergegeben werden müssen. Um diese Aufgaben zu bewältigen, zählt der Verband deshalb auf die Unterstützung durch den Gesetzgeber. Hauptgeschäftsführer Amin Werner: “Wir appellieren an die Politik – besonders in Bezug auf die Energiewende – klare Richtlinien und Rahmenbedingungen zu schaffen, um kleine und mittelständische Unternehmen zu entlasten und auf ihrem Weg in die Zukunft zu unterstützen.“ dhz