Die Einführung des Mindestlohns im Bauhauptgewerbe hat keine Arbeitsplätze gekostet. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das Bauhauptgewerbe war die erste Branche in Deutschland, in der 1997 ein Mindestlohn eingeführt worden ist. Auf die Löhne wirkt sich der Mindestlohn aber aus.
Im Bauhauptgewerbe wird der Mindestlohn von den Tarifpartnern im Bauhauptgewerbe nach wie vor befürwortet. Insgesamt erachten laut dem IAB-Bericht 4/2012 auch 77 Prozent der westdeutschen und 83 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten den Mindestlohn für wichtig.
Der Mindestlohn biete nach Ansicht der Experten nicht nur eine wichtige Grundlage für die Kalkulation von Angeboten, sondern biete auch einen wichtigen Schutz vor ausländischer Niedriglohnkonkurrenz. "In begrenztem Maße könne der Mindestlohn so inländische Arbeitnehmer schützen und auch die Arbeitsbedingungen für ausländische Arbeitskräfte verbessern", heißt es in dem Bericht.
Es zeigt sich außerdem, dass sich der Mindestlohn positiv auf die Lohnzuwächse ausgewirkt hat. Mit der Einführung sind die Löhne allgemein gestiegen - vor allem in Ostdeutschland, da dort die Löhne vor der Einführung von vielen Arbeitern niedriger waren als im Westen.
Löhne gleichen sich an
So lag unmittelbar vor der Mindestlohneinführung im Jahr 1997 der Stundenlohn von fast 24 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten im Bauhauptgewerbe unterhalb dieser Lohnuntergrenze, während dies im Westen auf nur knapp vier Prozent zutraf. Dieser Unterschied wurde in den vergangenen Jahren immer kleiner.
Das Hauptargument gegen Mindestlöhne – der befürchtete Stellenabbau – sei hingegen nicht eingetreten. Die Branche habe zwar ab Mitte der 90er Jahre massiv Stellen abgebaut. Dieser setzte laut den Experten jedoch vor der Einführung des Mindestlohnes ein und war vor allem dem Ende des Baubooms nach der Widervereinigung geschuldet.
Was die Studie jedoch nicht beantworten kann ist die Frage, ob der Mindestlohn irgendwelche Auswirkungen auf die Anzahl der Arbeitnehmerentsendungen aus dem Ausland oder auf die Zahl von Selbstständigen im Bauhauptgewerbe hatte.
Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Auftrag gegebene Evaluationsprojekt wurde in Zusammenarbeit von IAB, dem RheinischWestfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) sowie dem Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) durchgeführt.
Der IAB-Kurzbericht steht als kostenloser Download im PDF-Format beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zur Verfügung. rh
