Wegwerfgesellschaft Jeder Bundesbürger entsorgt jährlich knapp 82 Kilo Lebensmittel

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat am Dienstag in Berlin eine aktuelle Studie über Lebensmittelabfälle in Deutschland vorgelegt. Die Untersuchung der Universität Stuttgart kommt zu dem Ergebnis, dass Industrie, Handel, Großverbraucher und Privathaushalte jährlich knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittel als Abfall entsorgen. Im Schnitt wirft jeder Bundesbürger pro Jahr 81,6 Kilogramm weg. 65 Prozent dieser Lebensmittelabfälle wären völlig oder zumindest teilweise vermeidbar.

Lebensmittel-Reste liegen in Rastede fürr eine Fotoillustration in einer Mülltonne. Schimmlige Marmelade, angelaufener Käse, hartes Brot: Die Menschen in Deutschland werfen jedes Jahr Millionen Tonnen Essen in den Müll. Oftmals sind die Lebensmittel aber noch nicht einmal verdorben, wenn sie im Abfalleimer landen. - © David Hecker/dapd

Laut Studie entsteht der Großteil dieser Lebensmittelabfälle (61 Prozent) in Privathaushalten, gefolgt von Großverbrauchern wie Gaststätten oder Kantinen sowie der Industrie (jeweils rund 17 Prozent). Von den Privathaushalten werden laut der Studie bundesweit jedes Jahr rund 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt. Der Wert der vermeidbaren Lebensmittelabfälle wird pro Kopf auf jährlich 235 Euro geschätzt. Bei einem Vier-Personen-Haushalt summiert sich der Betrag im Schnitt pro Jahr auf rund 940 Euro, auf Deutschland hochgerechnet sind es bis zu 21,6 Milliarden Euro pro Jahr, die die vermeidbare Verschwendung kostet. Am häufigsten auf dem Müll landen Gemüse und Obst – sie machen 44 Prozent aller vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Privathaushalten aus.

Praktische Tipps zum Umgang mit Lebensmitteln

Unter dem Titel "Zu gut für die Tonne" wird das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Ende März eine breit angelegte Informationskampagne für Verbraucher starten. "Wir wollen den Menschen nützliches Wissen und praktische Tipps vermitteln über den Umgang mit Lebensmitteln – vom Einkauf über die richtige Lagerung bis hin zur Verarbeitung in der Küche. Auf einer neuen Internet-Plattform werden alle Informationen gebündelt", so Aigner.

Weitere Informationen über die Studie der Universität Stuttgart, über die neue Informationskampagne des Bundesverbraucherministeriums und die Konferenz am 27. März in Berlin, auf dem auch die Langfassung der Studie vorgestellt werden wird, finden Sie im Internet unter bmelv.de .