Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) fordert spezialisierte Baukammern, um die Länge der Verfahren in Bauprozessen zu verkürzen. Diese führten bei kleinen und mittlere Bauunternehmen oft zu Liquiditäts- und Bonitätsengpässen. Eine Spezialisierung dagegen verkürze die Prozessdauer und verbessere die Qualität der Urteile.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe beklagt die Länge der Verfahren von Bauprozessen und fordert deshalb die Einrichtung von spezialisierten Baukammern. Neben einer schnelleren und effektiveveren Bearbeitung führten Baukammern auch zur Verbesserung der Qualität der Urteile.
Dem Verband ist vor allen Dingen die Taktik mancher Bauherren, mithilfe von Bauprozessen den Rechnungsbetrag zu drücken, ein Dorn im Auge. Bauunternehmer würden in Anbetracht langer Bauprozesse vor die Wahl gestellt, Abzüge zu akzeptieren, um zumindest den Restbetrag ausgezahlt zu bekommen oder gar keine Zahlung auf die Schlussrechnung zu erhalten. Umgekehr führen die langen Verfahren auch durch den Zwang zur Vorfinanzierung bei kleinen und mittleren Bauunternehmen zu Liquiditäts- und Bonitätsengpässen.
Spezialisierung soll Effektivität verbessern
Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamts dauerten zivilgerichtliche Verfahren in der Eingangsinstanz durchschnittlich 8,1 Monate. Bei Landgerichten liege die Spanne zwischen 6,3 und elf Monaten. 13 Prozent der Prozesse dauerten sogar länger als zwölf Monate und sechs Prozent länger als 24 Monate.
Innerhalb jedes Landgerichtsbezirks sollten die Kammern eingerichtet werden. Die durch die Spezialisierung zu erwartende Fachkunde könne dazu beitragen, dass Verfahren effektiver bearbeitet werden.