Rund 140 Meister im Elektrohandwerk trafen sich am 23. und 24. September in Oldenburg. Neben dem üblichen Gedankenaustausch absolvierten die Innungschefs ein Fachprogramm.
Elektromeister treffen sich in Oldenburg
Innungsobermeister vom Schwarzwald bis aus Kiel drückten gemeinsam beim 9. Obermeistertag des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) am 23. und 24. September in Oldenburg die Schulbank. Erstmals hatte der ZVEH zusätzlich zum verbandspolitischen Gedankenaustausch ein Fachprogramm auf die Tagesordnung gesetzt. Veranstaltungsort war das Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (bfe). Das neue Tagungskonzept sei von den Innungschefs sehr gut angenommen worden. Höhepunkt des Obermeisterabends sei die Rede des niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister gewesen.
Zum Auftakt des Obermeistertreffens ging ZVEH-Präsident Walter Tschischka in seinem Bericht auf geänderte gesetzliche und politische Rahmenbedingungen in der Energieversorgung ein und erläuterte ausführlich die Auswirkungen auf die E-Handwerksbetriebe. Weitere Themen waren u. a. die jüngst bekannt gewordenen Ergebnisse der Handwerkszählung, die Umsetzung des neuen Warnhinweises nach VDE-Norm 0620-1, die ZVEH-Aktivitäten auf dem Gebiet der Elektromobilität, das Engagement der ZVEH-Delegierten in den Normenausschüssen, die Entsorgung von Elektroaltgeräten, der Fortgang von EU-Projekten und die neue Qualifizierungsmaßnahme zum Gebäudesystemintegrator.
E-Handwerk wird Coach des Kunden
Hohes fachliches Niveau bestätigten die Teilnehmer den technischen Workshops, die von den Dozenten des bfe angeboten wurden. Sechs Themen standen zur Auswahl: LED-Technologien, Netzqualität, Elektromobilität, Schlaue Netze, schlaue Häuser, schlauer Energieverbrauch, Einfluss der erneuerbaren Energien auf die Energieversorgung und Intelligente Stromnetze. Die Kollegen tauschten sich intensiv darüber aus, wie zum Beispiel die Anwendung der regenerativen Energien in den verschiedenen Regionen gehandhabt wird oder wie Kunden auf LED-Leuchten reagieren. bfe-Direktor Thorsten Janßen fasste die Ergebnisse der einzelnen Fachgruppen unter dem Stichwort „Dezentralen Energieversorgung – Morgen“ zusammen. Das E-Handwerk werde zum Coach des Kunden, alle Gewerke hätten es mit neuen Schlüsseltechnologien zu tun.
„Beim Energiesparen brauchen wir Ihre Expertise!“
Einen vergleichbaren Stellenwert maß der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister den E-Handwerkern in seiner Festrede beim Obermeisterabend mit rund 220 Gästen zu: „Beim Energiesparen brauchen wir Ihre Expertise!“ Das Handwerk habe zu den Schrittmachern des Aufschwungs nach der Krise gehört und damit seine tragende Rolle im Wirtschaftsleben mehr als bestätigt. Für die Energiewende sei es jetzt unerlässlich, die Stromnetze auszubauen und die Bürger in die Prozesse einzubinden.
Mit einer Wissensfahrt „Wind Richtung Zukunft“ am Samstag endete der Obermeistertag 2011. Während der zweistündigen Tour gewannen die Fachleute Einblick in die Produktion von Windkraftanlagen für den Einsatz auf See und an Land. Dabei zeigte sich auch, welchen Herausforderungen sich diese noch junge Branche stellen muss.
Fotos von der Veranstaltung stehen im Internet unter www.zveh.de .