Unter dem Motto „Bei uns ist jeder Einsteiger ein Aufsteiger“startet der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks eine Ausbildungsoffensive. Die neue Webseite www.tag-des-schornsteinfegers.de bietet Schülern und Schulabgängern Informationen zum Berufsbild.
Frank Muck

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks möchte den Tag des Schornsteinfegers 2011 zum Anlass nehmen, das Berufsbild Schornsteinfeger in der Öffentlichkeit und vor allem bei potenziellen Auszubildenden bekannter zu machen. Dazu stellt der Bundesverband eine neue Webseite www.tag-des-schornsteinfegers.de vor, die Jugendlichen alles Wissenswerte rund um den Beruf vermitteln soll – in zeitgemäßer Sprache und Gestaltung. Die neue Seite ist Teil einer Ausbildungsoffensive, mit der sich der Bundesverband an Schüler und Schulabsolventen als auch an die eigenen Betriebe richtet. Diese sollen dazu aufgefordert werden, auch weiterhin Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen und ein gleichbleibend hohes Ausbildungsniveau zu sichern.
400 Lehrstellen bleiben in den nächsten Jahren unbesetzt
Das Schornsteinfegerhandwerk plagt wie im gesamten Handwerk überhaupt Nachwuchssorgen. In den nächsten Jahren werden nach Schätzungen des Bundesverbandes rund 400 Lehrstellen unbesetzt bleiben. Das habe verschiedene Gründe. Der Beruf des Schornsteinfegers sei nicht in den TOP 10 der beliebtesten Ausbildungsberufe des Bundesinstituts für Berufsbildung zu finden. Im Vergleich zu anderen Klassikern wie Einzelhandeslkaufmann/-frau ist der Bekannt- und Beliebtheitsgrad des Schornsteinfegerberufs anscheinend geringer.
Dies hänge mit der Branchengröße und -bedeutung zusammen. Es gibt deutlich weniger Betriebe als im KFZ-Handwerk. Der Schornsteinfeger gelte bei vielen Jugendlichen zudem schlicht als Nischenberuf mit Exotenfaktor. Es fehle ganz einfach eine genaue Vorstellung über das Handwerk, seine Aufgaben und Arbeitsbereiche. Hinzu komme, dass sich die Branche zurzeit in einer großen Umbruchphase befindet. Ab 2013 gelten für die rund 8.000 Betriebe neue Rahmenbedingungen: Kehrbezirke werden befristet auf sieben Jahre und nicht wie bisher auf unbegrenzte Zeit vergeben. Künftig darf jeder entsprechend qualifizierte Schornsteinfeger bestimmte Arbeiten anbieten, er muss nicht mehr Bevollmächtigter eines Kehrbezirks sein.
Nachwuchs hat mehr Möglichkeiten
Unbekannt sei jedoch, dass eben diese Entwicklung dem brancheneigenen Nachwuchs deutlich mehr Möglichkeiten eröffne. Schließlich könnten sich in naher Zukunft junge Schornsteinfegermeister nach der Meisterschule auch ohne eigenen Kehrbezirk selbständig machen und Dienstleistungen anbieten. Viele Schornsteinfegerbetriebe erweiterten zudem ihre Dienstleistungsangebote, etwa im Bereich der Energieberatung, um konkurrenzfähig zu bleiben. Damit erarbeite sich die Branche neue Arbeitsfelder und biete verschiedene Optionen für den Nachwuchs. Interessant sei der Beruf des Schornsteinfegers daher für alle Schulabgänger, ganz gleich ob mit mittlerem, Fachhochschul-Abschluss oder Abitur. Neben der dreijährigen Ausbildung können die Lehrlinge die Fachhochschulreife erwerben oder an einem dualen Studienprogramm in den Bachelor-Studiengängen Versorgungs-, Entsorgungs- oder Gebäudetechnik teilnehmen. Gesellen im Schornsteinfegerhandwerk können auch ohne Abitur und Studium verschiedene Weiterbildungsmaßnahmen besuchen (z.B. zum Umweltschutz- oder Brandschutztechniker) und dort spezielles Fachwissen erwerben.