Auf gutem Kurs

Boots- und Schiffbauer sind optimistisch: Vor allem der Zubehörbereich beurteilt die Lage positiv

Die Boots- und Schiffbauer atmen auf. Für die meisten scheint die Krise überwunden zu sein.Foto: Imago

Auf gutem Kurs

Hektik herrscht bei Bavaria Yachtbau. Ständig klingelt das Telefon, neue Aufträge flattern herein. „Wir sind wieder sehr optimistisch“, berichtet Jens Ludmann, Geschäftsführer von Bavaria Yachtbau. Der Betrieb in Giebelstadt verzeichnet ein Wachstum von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Unsere Erwartungen für August und September wurden sogar übererfüllt“, sagt Ludmann.

Branche atmet auf

Was Bavaria berichtet, gilt für die Mehrheit der Boots- und Schiffbauer. Die Branche blickt optimistisch in die Zukunft. Knapp 40 Prozent der Boots- und Schiffbauer rechnen mit einer weiteren Verbesserung der Lage 2011, teilt der Deutsche Boots- und Schiffbauer-Verband (DBSV) mit.

„Wir sind überrascht, wie gut die Stimmung ist“, berichtet Claus-Ehlert Meyer, Geschäftsführer des DBSV. Der Verband hat für sein Konjunkturbarometer knapp die Hälfte seiner 426 Mitgliedsbetriebe befragt. Wie auch Bavaria Yachtbau beurteilte gut ein Drittel der Betriebe die derzeitige wirtschaftliche Situation besser als 2009 - deutlich mehr als im Vorjahr. Hier sahen nur 15 Prozent eine Verbesserung zu 2008. Von schlechteren Bedingungen spricht hingegen knapp ein Viertel der Betriebe.

Ihre Zahl ist aber deutlich geschrumpft, 2009 sprachen noch 37,4 Prozent von einer Verschlechterung. „Der Werftbereich ist allerdings viel weniger euphorisch als der Zubehörbereich“, berichtet der DBSV-Geschäftsführer. Denn am besten scheinen die Hersteller und Großhändler von Zubehör von dem Aufschwung zu profitieren. Mehr als die Hälfte von ihnen gab an, eine Verbesserung zu spüren. Außerdem beurteilen sie die Situation im deutschen Markt und im Ausland deutlich besser als der Durchschnitt.

„Deutschland hat die Krise gut gemeistert“, sagt Meyer. „Aber vor allem die Adria-Länder sparen noch.“ Und dort gingen normalerweise rund 60 Prozent der Exportaufträge hin. Obwohl in diesem Bereich Einbrüche zu verzeichnen sind, sprechen 21,5 Prozent der Betriebe bereits davon, dass sich die ausländischen Märkte wieder erholen und die Exportumsätze wieder steigen. Trotz guter Aussichten plant ein Zehntel der befragten Betriebe, Stellen abzubauen. 16 Prozent gaben hingegen an, weitere Mitarbeiter zu suchen. Auch Bavaria Yachtbau sucht Mitarbeiter. „Wir bauen nun sukzessive wieder Stellen auf“, sagt Ludmann. Der Betrieb hatte im Jahr 2008 Mitarbeiter entlassen müssen.

Vielfach fehlt Personal

„Unsere Aussichten für das nächste Jahr sind sehr positiv“, sagt Ludmann. Einer Ausweitung seiner eigenen Produktion stehe nichts entgegen. Ein Viertel der Betriebe gab jedoch an, dass ihnen für eine Ausweitung der Produktion das Personal fehlt. Jedem zweiten Betrieb fehlen dafür allerdings immer noch die Aufträge.kin