Rohstoffe Preise für Metalle und Öl auf Rekordhoch

Die Preise für Metallrohstoffe und Öl kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Nicht nur Öl und Seltene Erden, auch Platin, Zinn oder Kupfer werden immer teurer. Das hat eine Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) ergeben.

Preise für Metalle und Öl auf Rekordhoch

Für die Unternehmen akut kritisch sei laut den Experten des VBW weniger die Verfügbarkeit von Rohstoffen, sondern das hohe Preisniveau und zwischenzeitlichen Preisausschläge.

Rohstoffpreise kannten laut der Studie in der Vergangenheit nur zwei Richtungen: Entweder sie blieben lange stabil oder aber sie schossen in die Höhe. Von 1999 bis Anfang 2008 verteuerten sich demnach die nach Deutschland gelieferten Industriemetalle um mehr als 250 Prozent. Und der Trend setzte sich in den vergangenen Monaten fort: Die Weltmarktpreise für Rohstoffe und Rohöl erhöhten sich nach Angaben des WeltWirtschaftInstituts (HWWI) von Anfang 2010 bis heute nochmals um 38 Prozent.

Verantwortlich dafür sind laut Studie des VBW "die hohen Preise für Kupfer, ebenso die Verteuerung von Eisenerz sowie der Anstieg des Goldpreises." Sollte der langfristige Trend sich fortsetzen, würden die Ausgaben der deutschen Wirtschaft für die notwendigen Importe von zuletzt knapp 22,6 Milliarden Euro auf 38,6 Milliarden Euro im Jahr 2015 ansteigen – ohne das sich die Menge vergrößere.

Laut VBW gibt es mehrere Ursachen für den Höhenflug der Preise:

  • Chinas und Indiens aufstrebendes und rohstoffintensives Wirtschafswachstum,
  • die Konzentration der Förderunternehmen in wegen Ländern wie Afrika und Russland. Dadurch entsteht eine große Marktmacht in risikoreichen Ländern und das spiegelt sich im Preis.
  • Preisschwankungen und
  • geringes Recycling.

Um dem etwas entgegenzuwirken, sieht VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt auch die Politik in der Pflicht. Dem Handelsblatt sagte er, dass die Rohstoffstrategie der Regierung im Ansatz richtig sei, aber noch nicht umgesetzt werde. Brossardt sagte dem Handelsblatt weiter: "Das Thema Rohstoffe spielt in den Außenwirtschaftsbeziehungen, der Entwicklungshilfe und der Technologiepolitik noch eine untergeordnete Rolle." Er verwies aber auch darauf, dass die Sicherung von Rohstoffen zunächst einmal Aufgabe der Unternehmen sei.

Unternehmen sollten laut der Studie prüfen, ob sie bestimmte Rohstoffe nicht ersetzen oder effizienter nutzen lassen. Die Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten wäre hier denkbar. Nach Ansicht der Experten des VBW ist das auch für kleinere Unternehmen eine Möglichkeit: Es wird vorgeschlagen, dass sich kleinere Unternehmen, für die Einzelforschung nicht lohnt, zusammenschließen.

rh