Zertifizierung mit Unterstützung vom Fachverband Metall Hessen. Schlosserei Dörhöfer als erster mit Zertifikat DIN EN 1090-1

Die Schlosserei Dörhöfer aus dem hessischen Flörsheim-Weilbach hat sich als erster Metallbauer nach der neuen DIN EN 1090-1 zertifizieren lassen. Nach Informationen des Bundesverbandes Metall (BVM) werde der Betrieb das Zertifikat bald in den Händen halten. Der BVM hat den Betrieb bei der Zertifizierung unterstützt.

Mit der neuen Norm soll die Produktion kontrolliert werden. Foto: Ramona Heim - Fotolia.com

Schlosserei Dörhöfer als erster mit Zertifikat DIN EN 1090-1

Unterstützt wurde der Metallbauer von Dipl.-Ing. Rainer Böddecker, dem Technischen Berater beim Fachverband Metall Hessen. Als Innungsmitglied stand ihm die Beratung durch Rainer Böddecker kostenfrei zu. Böddecker: „Wir können dies für unsere Mitglieder auch deshalb kostenfrei übernehmen, weil die Beratungsstelle von Land und Bund gefördert wird.“

Viele Betriebe würden noch überlegen, ob sie sich nach der neuen Norm DIN EN 1090-1 zertifizieren lassen wollen und können, so der BVM. Gerade kleinere Betriebe und Metallgestalter hätten argwöhnisch auf die Zertifizierung, die der werkseigenen Produktionskontrolle dient, geschaut. Sie befürchteten hohen Arbeitsaufwand und Kosten. Aufwand und Kosten einer Zertifizierung ließen sich jedoch sehr gut reduzieren, beruhigt Karlheinz Efkemann, Pressesprecher des BVM. Der BVM empfiehlt die Zertifizierung für Betriebe als "qualitatives Wachstum".

Von 80 Formblättern bleiben 33 übrig

Auch Rainer Böddecker hält den Aufwand für überschaubar, obgleich dies die erste Zertifizierung war, die er bis zum Ende begleitet habe. Böddecker: „Ich war vorab einen halben Tag vor Ort. Drei Tage waren erforderlich, um auf Grundlage des Musterhandbuchs ein geändertes und auf das notwendige Maß reduziertes Handbuch für das Unternehmen Dörhöfer zu erarbeiten. Von den ca. 80 Musterformblättern und Arbeitsanweisungen blieben am Ende 33 übrig, die für das Unternehmen relevant sind.”

Relativ unkompliziert sei die Zertifizierung entsprechend der Ausführungsklasse 2 (EXC 2 nach EN 1090-2) auch, weil der Schlossereibetrieb bereits seit 10 Jahren nach der DIN 18800-7 (Herstellerqualifikation B) arbeitee, geprüfte Schweißer, Schweißanweisungen, werkseigene Kontrollen und das nötige Equipment besitze. Firmenchef und Feinmechanikmeister Dieter Dörhöfer: „Das Schweißerhandbuch zu erstellen, war durchaus mit Aufwand verbunden. Richtig ist auch, dass das Ausfüllen der Formulare den Dokumentationsaufwand erhöht. Aber wenn man sich an die Vorgaben der DIN 18800 gehalten hat, dann ist die Zertifizierung nach der DIN 1090 nicht schlimm”.

Dörhöfer ist gern auf der sicheren Seite

Dass die Schlosserei Dörhöfer mit ihren acht Beschäftigten sich so frühzeitig und intensiv mit den Themen Normierung und Zertifizierung auseinandergesetzt hatte, erklärt Obermeister Dörhöfer (Metallinnung Main-Taunus-Kreis) damit, dass er schon immer gerne auf der sicheren Seite gewesen sei. Und: „Die Begeisterung fürs Schweißen habe ich seit meiner Kindheit.”

Nicht abfinden kann er sich damit, dass der Aufwand, den er in die Qualifizierung seiner Mitarbeiter und in die Zertifizierung steckt, sich manchmal sogar als Wettbewerbsnachteil erweist. Ihn ärgert, dass Ausschreibungen die Zertifizierung zwar in der Regel verlangten, dass aber anschließend niemand kontrolliere, ob die Nachweise wirklich erbracht werden können. Das führe, so Dörhöfer, zu Wettbewerbsverzerrungen. Die Unternehmen, die sich um solche Qualitäts- und Qualifikationsnachweise nicht kümmerten, könnten die niedrigen Kosten an den Kunden durchreichen und billiger anbieten. Dörhöfer, der auch als Sachverständiger im Metallbauerhandwerk tätig ist, ist der festen Überzeugung, dass es von großem Vorteil für die Qualität der Schweißarbeiten wäre, wenn sich viele Betriebe zertifizieren lassen.