Dezentrales System reduziert Wärme- und Stromkosten
Neues Pumpenprinzip macht Heizkörper zur Sparbüchse
Ein dezentrales Heizung-Pumpen-System reduziert den Verbrauch von Heizenergie im Vergleich zu einer konventionellen Heizung um 20 Prozent. Zu diesem Ergebnis kam das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) in Holzkirchen bei München nach einem mehrmonatigen Vergleichstest.
Dabei haben die Wissenschaftler den Heizenergieverbrauch von zwei baugleichen Einfamilienhäusern mit unterschiedlichen Pumpensystemen bei identischem Nutzerverhalten während einer Heizperiode verglichen. Die energietechnische Vergleichbarkeit der Gebäude habe man im Vorfeld durch einen Blower-Door-Test und zwei Nullmessungen (30-tägig bzw. fünftägig) des Energieaufwands zur Erzeugung identischer Raumtemperaturen sichergestellt, sagte Almuth Schade vom IBP.
Die anschließende Messung bezog sich auf die Verbräuche für die Beheizung der Erdgeschosse, die jeweils sechs Räume auf einer Grundfläche von 82 Quadratmeter umfassen. In beiden Häusern kamen dabei Gaszentralheizungen mit baugleichen Wärmeerzeugern zum Einsatz. Bei dem mit dem dezentralen Pumpensystem ausgestatteten Haus wiesen die Plattenheizkörper jeweils am Rücklauf Miniaturpumpen auf, die anhand eines laufenden Abgleichs der Soll- mit der Isttemperatur geregelt wurden. Im Referenzhaus wurden manuell einstellbare Thermostatventile mit 1K-Reglern verwendet.
Die Auswertung der Messdaten hat neben der Reduzierung der Heizenergie um 20 Prozent auch eine Einsparung beim für die Heizung benötigten Strom um 50 Prozent ergeben. Diese Ergebnisse sind nun auch durch den TÜV Rheinland zertifiziert worden, meldet der Informationsdienst bine.
Die Ersparnis bei der Heizenergie wird durch ein neues Grundprinzip der Heizung ermöglicht, das die Wärmeverteilung effizienter organisiert. Jeder Heizkörper wird nur bei Bedarf mit Wärme versorgt - nicht von einer großen, zentralen Umwälzpumpe im Keller, sondern durch dezentrale Miniaturpumpen, die an den Heizkörpern befestigt sind. Dadurch wird eine schnellere, genauere und deutlich effizientere Erwärmung der Heizflächen bewirkt. Das Heizwasser wird nicht mehr gegen die Drosselung der Thermostatventile durch die Rohre gepumpt, die Wärmeverluste werden reduziert.
Das dezentrale Pumpensystem mit dem Namen Geniax ist das Ergebnis eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts des Pumpenherstellers Wilo. ste