Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. August werden die Ausbildungsberufe "Medientechnologe Druck", "Medientechnologe Siebdruck" und "Medientechnologe Druckverarbeitung" in Kraft treten. Der Beruf des Buchbinders wird zweigeteilt.
Neue Ausbildungsberufe in der Druckbranche
Die neuen Ausbildungsberufe wurden vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag der Bundesregierung und gemeinsam mit den Sozialpartnern und Vertretern der Länder erarbeitet.
Für die künftigen "Medientechnologen und Medientechnologinnen Druck" (ehemals "Drucker/Druckerin") werden neben dem Planen, Steuern und Regeln von Druckprozessen auch Kompetenzen aus den Bereichen Mechanik, Elektronik und Instandhaltung von Druckmaschinen immer bedeutender. Daher wurden laut des BIBB diese Ausbildungsinhalte ausgeweitet.
Eine Besonderheit der neuen Ausbildungsordnung sei die Möglichkeit der Zusatzqualifikation in einer weiteren Druckverfahrenstechnik. Dieses Angebot solle insbesondere leistungsstärkeren Jugendlichen einen zusätzlichen Anreiz bieten.
Erwerb von Zusatzqualifikationen
Neben den typischen Qualifikationen des Siebdrucks - wie zum Beispiel dem standardisierten Siebdruck, der Druckveredelung und -weiterverarbeitung sowie der Schneidplotttechnik (rechnergestützte Schneidetechnik) - können die künftigen "Medientechnologen und Medientechnologinnen Siebdruck" (ehemals "Siebdrucker/Siebdruckerin") jetzt neu die Wahlqualifikation der Kundenberatung wählen.
Für Auszubildende, die den Tampondruck (Verfahren zum Bedrucken von Kunststoffkörpern) oder großformatigen Digitaldruck nicht im Rahmen ihrer regulären Ausbildungszeit gewählt haben, stehen diese als Zusatzqualifikation zur Verfügung.
Aus dem früheren Berufsbild des Buchbinders werden nun zwei Berufe: In der handwerklichen Ausbildung "Buchbinder" wird es künftig die Berufsprofile "Einzel- und Sonderfertigung" sowie "Maschinelle Fertigung" geben. Um qualifiziertes Fachpersonal, insbesondere mit Blick auf eine mögliche Unternehmensnachfolge, ausbilden zu können, wurden zudem Wahlqualifikationen geschaffen, die kaufmännische Inhalte wie Auftragsbearbeitung und unternehmerisches Handeln in die Ausbildung integrieren.
Mehr industrielle Fertigung, weniger Handwerk
Neben dem handwerklichen Buchbinder wurde neu der Beruf "Medientechnologe Druckverarbeitung" geschaffen, um der zunehmenden Prozessorientierung und maschinengestützten Fertigung in der industriellen Druckverarbeitung Rechnung zu tragen.
Gemeinsam mit dem Betrieb legen die Auszubildenden in diesem Bereich ihr Berufsprofil in der Zeitungs-, Akzidenz- (Erstellung von Prospekten, Broschüren, Visiten- und Eintrittskarten) oder Buchproduktion fest. Außerdem wurde hier die Qualifikation der Versandraumtechnik neu in die Ausbildung integriert, um komplexe logistische Prozesse zur Versendung von Zeitungen zu steuern.
Die strukturelle und inhaltliche Verwandtschaft beider Berufe ermöglicht einen gemeinsamen Berufsschulunterricht in weiten Teilen der Ausbildung.
dhz/rh