Klimaschutz mit effizienter Heiztechnik und Solarthermie

Im Gebäudebestand liegen beachtliche Reserven zur Emissionsreduzierung

Der Austausch eines veralteten Heizkessels durch ein Öl-Brennwertgerät mit Solarthermie verringert den Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent. In gleichem Umfang sinken die klimarelevanten Emissionen.Foto: IWO

Klimaschutz mit effizienter Heiztechnik und Solarthermie

Zur Begrenzung der globalen Temperaturerhöhung auf zwei Grad durch drastische Absenkung der Treibhausgasemissionen - zu dieser Zielsetzung des Kopenhagener Klimagipfels kann die energetische Sanierung des Gebäudebestands einen maßgeblichen Beitrag leisten. Denn mehr als ein Drittel des gesamten deutschen Energiebedarfs entfällt auf die Wärmeversorgung von Gebäuden. Davon sind rund 80 Prozent älter als 30 Jahre. Und nur etwa 13 Prozent der in Deutschland installierten Heizgeräte entsprechen bezüglich Energieeffizienz und erneuerbarer Energien dem Stand der Technik. Dementsprechend liegt im Gebäudebestand ein großes Potenzial, Energie einzusparen - und in gleichem Umfang die klimarelevanten Emissionen zu senken. Bis zu 40 Prozent Energie können allein durch den Einsatz effizienter Heiztechnik mit der Einkopplung von Solarthermie eingespart werden. Und nochmals bis zu 40 Prozent durch umfangreiche Verbesserung der Wärmedämmung. Dem Primärenergiebedarf, in der Energieeinsparverordnung (EnEV) bereits als maßgebliche Anforderungsgröße verankert, kommt dabei als energetische Bewertungsgröße entscheidende Bedeutung zu. Denn der Primärenergiebedarf berücksichtigt nicht nur den Energieverbrauch im Gebäude, sondern auch den Energieaufwand für Transport, Verarbeitung und Förderung eines Energieträgers. So werden beispielsweise für jede Kilowattstunde (kWh) Strom, die an der Steckdose ankommt, zuvor im Kraftwerk 2,6 kWh Primärenergie benötigt. Für eine im Heizöl enthaltene Kilowattstunde nutzbarer Energie müssen nur 1,1 kWh Primärenergie aufgewendet werden. „Deshalb ist einzig auf Basis der Bewertungsgröße Primärenergie eine vollständige Bilanz des Energieverbrauchs möglich“, erklärt Prof. Christian Küchen vom Institut für wirtschaftliche Ölheizung (IWO). Daher empfehlen Mineralölwirtschaft und führende Branchenverbände, künftig die Reduzierung des gesamten Primärenergiebedarfs in allen Verordnungen, Gesetzen und Richtlinien zur Energie- und Klimaschutzpolitik als die einzige energetische Mess- und Zielgröße festzulegen. „Diese Größe integriert sämtliche Ziele der energie- und klimapolitischen Vorgaben, nämlich Reduzierung der CO2-Emissionen, Verringerung des Energiebedarfs und Vorteile der Nutzung erneuerbarer Energieträger“, erläutert Küchen.dhz