Die Metallbranche hat unter der Wirtschafts- und Finanzkrise schwer gelitten, doch inzwischen peilen viele Unternehmen wieder die Umsatzzahlen des Rekordjahres 2008 an.
Eine Branche nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf
Das liegt vor allem an der Innovationskraft der mittelständischen Betriebe, die ihre Produkte und Dienstleistungen noch bis Samstag, dem 19. März auf der Fachmesse metall in München präsentieren.
Gleich mit zwei Weltneuheiten überrascht das oberbayrische Familienunternehmen Soyer die Fachwelt. Das Bolzenschweißgerät BMK 12i kann bis 12 mm dicke Bolzen auf Metallflächen schweißen. Bisher waren dafür Geräte mit Trafo im Einsatz, die knapp 60 kg wiegen. Dank Inverter-Technik konnte Soyer das Gewicht des Geräts auf 6,8 kg senken, ohne dass es an Leistung einbüßt.
Mit dem BMK 12i kann nun ein Monteur auf der Baustelle allein die Bolzen verschweißen, was vorher wegen des hohen Gewichts des Schweißgerätes nicht möglich war. Ebenfalls neu ist die Bolzenschweißpistole PS-9. Erstmals meldet eine grüne LED-Anzeige dem Bediener, wenn die Pistole betriebsbereit ist. Leuchtet die Anzeige rot, signalisiert das eine Störung. Fehlschweißungen, die eine aufwändige Nacharbeit nach sich ziehen, werden so ausgeschlossen.
Bundespreis für innovative Metall-Unternehmen
Soyer gehört zu jenen 18 Unternehmen aus dem Metallbereich, die sich bei der Gesellschaft für Handwerksmessen um die diesjährigen Bundespreise bewerben. Die Preise sollen nicht nur den hohen Innovationsgrad auszeichnen, sondern vor allem die Anwendbarkeit im Handwerk unter besonderer Beachtung bestimmter Kriterien wie Energieeinsparung oder Bedienerfreundlichkeit.
Dass nicht nur in den USA Garagenfirmen Erfolgsgeschichten schreiben, beweist die Haimer GmbH aus Igenhausen bei Augsburg. 1977 hat Franz Haimer als reiner Lohnzulieferer begonnen. Die hohe Qualität seiner Metallteile war sogar in der Luft- und Raumfahrtindustrie begehrt. So hat sich aus dem Ein-Mann-Betrieb ein Mittelständler mit rund 250 Arbeitsplätzen entwickelt, der auf Werkzeugspannung spezialisiert ist.
Die Schrumpffutter und Auswuchtmaschinen der Firma ermöglichen höchste Rundlaufgenauigkeit bei hohen Drehzahlen. Dabei setzt das Unternehmen auf eine hohe Fertigungstiefe im eigenen Haus und einen hohen Automatisierungsgrad.
Seit Haimer 1990 in den Markt der Spannwerkzeuge eingestiegen ist, hat sich der Mittelständler als Qualitätshersteller einen Namen gemacht. Und nach einer Flaute im Zuge der Wirtschaftskrise, die auch Haimer zu Kurzarbeit zwang, arbeitet die Belegschaft nun wieder im Drei-Schicht-Betrieb.
Ähnlich läuft es bei vielen der 258 Aussteller auf der metall München. "Hightech ist längst in den mittelständischen Betrieben angekommen. Auf dieser Messe wird das besonders deutlich", sagte Peter Mader, Präsident des Bundesverbands Metall.
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