Die Metallbetriebe fordern von der Politik mehr Einsatz in Sachen Ausbildung. Auf der Pressekonferenz des Bundesverbandes Metall im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München zeigten sich die Verbandsvorsitzenden sehr unzufrieden mit den Investitionen in Bildung und Ausbildung des handwerklichen Nachwuchses.
Frank Muck
Bundesverband fordert bessere überbetriebliche Ausbildung
Die Schulen und Ausbildungsstätten für die überbetriebliche Ausbildung seien insgesamt zu altmodisch ausgestattet, als dass sie heute noch den Anforderungen an eine zeitgemäße Ausbildung gerecht werden könnten. Material und Maschinen stammten noch aus den 80er Jahren. Lehrlinge seien nicht auf die Bedürfnisse der computergesteuerten Produktion in den Betrieben vorbereitet.
Vorsprung verteidigen
Die Unternehmen der Feinwerkmechanik, besonders im Maschinen- und Werkzeugbau, drohten ihren immer noch vorhandenen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland zu verlieren. "Wir müssen diesen Vorsprung verteidigen“, sagte Vizepräsident Christian Metges. Das gelte besonders vor dem Hintergrund des einsetzenden Fachkräftemangels und der konjunkturell unbefriedigenden Lage. Der Mangel an Fachkräften werde außerdem durch die hohen Anforderungen einer dreieinhalbjährigen Ausbildung innerhalb der Feinwerkmechanik und die Zeit, die junge Facharbeiter für ihre Einarbeitung in betriebliche Abläufe und Produktionstechnik brauchten, verschärft, ergänzte Metges. Immerhin sehen 27 Prozent der Betriebe den Fachkräftemangel als größtes Problem, nur übertroffen vom Problem des Preisverfalls, den 33 Prozent der Unternehmen als größte Schwierigkeit betrachten.
Im Jahr 2009 wurden im Bereich der Feinwerkmechanik 11.755 Lehrlinge ausgebildet. Bei den Metallbauern waren es 28.421 junge Leute. Metall und Glockengießer bildeten immerhin noch 28 Personen aus. Aktuellere Zahlen liegen dem Verband nicht vor. Das ergab einen Rückgang von 4,4 Prozent bei den Feinwerkmechanikern, (-3,1 Prozent Metallbauer und -2,4 Prozent Metall- und Glockengießer).
Merkwürdige Ruhe in der Feinwerkmechanik
Die wirtschaftliche Lage sei zwar insgesamt gut für beide Fachrichtungen, doch bei den Betrieben der Feinwerkmechanik sei eine merkwürdige Ruhe eingekehrt, sagte Metges. Die Zahl der Aufträge sei nach dem guten Jahresbeginn wieder zurückgegangen. "Wir können die Euphorie aus Berlin insofern nicht teilen“, so Metges. Die Zukunft sei unklar. Verstärkt werde dieser Eindruck noch durch die Katastrophen in Japan – einem wichtigen Markt. Metges erwartet Auftragsrückgänge, weil Produkte aus Japan in nächster Zukunft weniger Absatz finden würden. Auch die Ankündigungen besonders vonseiten der Autoindustrie, vermehrt auf ausländische Zulieferer zurückzugreifen, bereite dem Verband Sorgen.