Vor vier Tagen wurde das Münchner Oktoberfest wieder mit dem traditionellen "O’zapft is!" eröffnet. Zahlreiche Handwerker sind am reibungslosen Ablauf der Wies'n beteiligt. Sie brauen Bier, produzieren Brezen und Würste, nähen Trachten, bauten die Festzelte auf – und installierten das erste unterirdische Bier-Leitsystem.

Im Oktoberfest steckt viel Handwerk
Schon viele Wochen vor dem Start des Oktoberfestes auf der Theresienwiese wurde fleißig gehämmert, genagelt, gebohrt und geschraubt. Metallbauer, Zimmerer, Antriebstechniker und Elektriker bereiteten das größte Volksfest der Welt vor. Insgesamt über 40 Handwerksberufe sorgten dafür, dass seit dem 18. September mehr als sechs Millionen erwartete Besucher aus der ganzen Welt zwei Wochen lang der bayerischen Lebensart frönen können.
Zentrale Bierversorgung im "Winzerer Fähndl"
Die Zentren der Geselligkeit sind traditionell die Festzelte. Zu den diesjährigen Highlights unter ihnen zählt das "Winzerer Fähndl", das sich mit modernster Technik präsentiert. Zum 200. Geburtstag der Wies'n wartet es als erstes Zelt auf dem Oktoberfest mit einem zentralen Bierversorgungssystem auf. Hier trifft Tradition auf Innovation. Um die aufwändige tägliche Nachlieferung des Bieres zu umgehen, wird der beliebte Gerstensaft in drei Containern mit einem Fassungsvermögen von 280 Hektolitern aufbewahrt. Von hier aus wird das Bier in ein unterirdisches Leitsystem gepumpt und an fünf Zapfstationen ausgeschenkt. Die Ringleitung wurde von den Brauerei-Experten einer Münchner Brauerei erfunden. Installiert wurde die 300 Meter lange Leitung von Rohrleitungsbauern.
Das Handwerk sichert aber nicht nur den ungehinderten Bierfluss, sondern hat auch die Braukunst professionalisiert. Im vergangenen Jahr wurden stattliche sechs Millionen Liter Bier auf dem Oktoberfest konsumiert. Für Wies'n-Besucher, die es deftig mögen, sorgen unter anderem Bäckerei- und Fleischereifachbetriebe für stetigen Nachschub an Brezen, Brathähnchen und Schweinswürstchen. 2009 waren es knapp 500.000 Hendl und 120.000 Paar Würstl. Dazu wurden täglich über 1.000 Brezen pro Festzelt verkauft.
Aber was wäre das Oktoberfest ohne das Schaulaufen der bayerischen Trachtler? Auch hier haben Handwerker ihre Hände im Spiel. Ob Lederhose oder Dirndl – Gerber und Maßschneider setzen mit Liebe zum Detail die Wünsche ihrer Kunden um.
Schunkeln, tanzen, anbandeln und auf den Bänken stehen wäre ohne die vielfältigen handwerklichen Leistungen nicht möglich. Sie machen die Wies'n zum beliebtesten Volksfest der Welt und zu einem echten Fest des Handwerks.
dhz