Wartung und Reparatur von Autos sollen für Verbraucher günstiger werden. Dazu hat die Europäische Kommission die Wettbewerbsvorschriften überarbeitet. Das Kfz-Gewerbe sieht in dem EU-Beschluss "keine Überraschungen", doch auch für Werkstätten ändert sich etwas.
EU stärkt Position der freien Werkstätten
Die neuen Regeln sollen die unabhängigen Werkstätten im Konkurrenzkampf mit den Vertragswerkstätten der Hersteller stärken, indem der Zugang zu erforderlichen Reparaturinformationen und die Verwendung alternativer Ersatzteile erleichtert werden. Damit will die EU-Kommission gegen Kfz-Hersteller vorgehen, die verlangen, dass Autos nur in von ihnen zugelassenen Werkstätten gewertet werden dürfen. "Die neuen Regeln werden spürbare Vorteile für die Verbraucher bringen, da sich die Reparatur- und Wartungskosten verringern werden", ist EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia überzeugt. Schließlich entfielen auf Reparaturen rund 40 Prozent der Gesamtkosten der Fahrzeughaltung, die in den letzten Jahren gestiegen sind.
Vorteile für Werkstätten und Verbraucher
Mit den bereits am 1. Juni 2010 in Kraft tretenden überarbeiteten Wettbewerbsvorschriften will die EU-Kommission das Quasi-Monopol der Kfz-Hersteller beenden. Auf der Grundlage der geänderten Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) kann ein Kfz-Hersteller unabhängigen Werkstätten nicht mehr den Zugang zu technischen Informationen verweigern. Das hat Vorteile für die Werkstätten als auch für die Verbraucher. "Eine gute Sache für die freien Werkstätten", sagte Ulrich Köster, Sprecher des Kfz-Gewerbes, auf Anfrage der Deutschen Handwerks Zeitung . Auch der Zugang zu alternativen Ersatzteilen wird für Werkstätten verbessert. Den Kfz-Herstellern ist es nicht mehr möglich, ihre Gewährleistungspflicht davon abhängig zu mache, dass Wartungsleistungen wie ein Ölwechsel nur in zugelassenen Werkstätten durchgeführt werden.
Das deutsche Kfz-Gewerbe begrüßte die neue GVO und ihre Verlängerung für den Neuwagenvertrieb um drei Jahre. Der EU-Beschluss berge jedoch "keine großen Überraschungen", hieß es aus dem Verband. "Das Geschäft wird sich nicht stark ändern. Auch für die Verbraucher tut sich kein Himmel auf", sagte Köster. Vielmehr bedauerte das Kfz-Gewerbe, dass eine Resolution des EU-Parlaments aus seiner Sicht "wichtige Aspekte zur geplanten Neuregelung des Kfz-Vertriebs und -Service keinen wesentlichen Einzug in die neue Verordnung" gefunden hat.
pc
