Die deutschen Glasbläser beklagen eine "Marktschwemme" mit Billigwaren aus Fernost. Diese Waren führten zum Preisverfall im deutschen Handwerk und gefährdeten die Glasbläserei in Deutschland, sagt der Vorsitzende des Glasbläserverbandes, Konstantin Kraft.
Glasbläser klagen über Billigwaren aus Fernost
Ein handgemachtes Weinglas aus Deutschland koste im Schnitt um die 25 Euro, sagte Kraft. Das sei ein vielfach höherer Preis im Vergleich zu den maschinell hergestellten Massenprodukten aus dem Ausland. Angesichts der Preisspanne seien kaum noch potenzielle Käufer bereit, mehr für handgemachte Artikel auszugeben. Zudem werde auch die Handwerkskunst immer weniger "wertgeschätzt".
"Die Käufer von Kunsthandwerk haben kein Verständnis für die Preise mehr", bedauerte der Verbandsvorsitzende. Darüber hinaus trage eine Reihe von Handwerkern selbst zum Verlust des Ansehens bei. "Ein Dorn im Auge des Verbandes" sind laut Kraft Glasbläser, die auf Marktschauen ein Kunsthandwerk "vorgaukeln", dann aber am Verkaufsstand "billige Handelsware" anböten.
Es werde immer schwieriger, von der Glasbläserei zu leben, die als Kunsthandwerk betrieben werde. Deshalb nehme die Zahl der hauptberuflich arbeitenden Glasbläser ab. "Nur sehr wenige Kunstglasbläser gibt es noch, die wirklich damit ihren Lebensunterhalt verdienen", sagte Kraft. Zunehmend werde die Glasbläserei nebenberuflich betrieben.
Kraft schätzt, dass es nur noch 2.500 Glasbläser in Deutschland gibt. Vor rund 100 Jahren seien es noch 10.000 gewesen.
ddp
