Das Handwerk erobert die Exportwirtschaft: Der erste und der dritte Preis der Deutschen Außenwirtschaft 2009 wurden mit den Firmen Paravan und Jüke an zwei innovative und exportorientierte Handwerksbetriebe vergeben.
Handwerksbetriebe erobern den Export
Der zweite Preis ging an die Firma Schwank (Köln), einen Hersteller von Hallenheizungen. Die Preisverleihung fand am Abend Bremer Rathaus im Rahmen des Deutschen Außenwirtschaftstages statt. Bereits vor zwei Jahren hatte mit dem Orgelbaubetrieb Jäger & Brommer ein Handwerksunternehmen den Preis gewonnen.
Die schwäbische Firma Paravan baut seit 1997 Fahrzeuge behindertengerecht aus. Dank der klaren Ausrichtung am Kunden und seinen individuellen Wünschen und Anforderungen gelang in dieser kurzen Zeit der Aufbau von der kleinen Fahrzeugwerkstatt zum weltweit agierenden, durch beständige Innovation überzeugenden Handwerksbetrieb. Antrieb ist und war stets, die Mobilität der durch Behinderungen eingeschränkten Kunden zu verbessern. 2005 hatte Paravan bereits den Handwerks-Preis der Bertelsmann-Stiftung und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks bekommen. Die Auszeichnung wurde seinerzeit verliehen, weil die Paravan-Gründer "Unternehmenskultur und Führungsverhalten zu besonderen Erfolgsfaktoren für ihr Unternehmen gemacht haben, sich noch dazu durch innovative Markterschließung auszeichnen und durch ein besonderes gesellschaftliches Engagement". In den letzten drei Jahren hat Paravan seinen Exportanteil von 25 Prozent auf heute 44 Prozent fast verdoppelt.
Die Firma Jüke ist seit 19 Jahren als Nischenanbieter im Bereich Mechatronik tätig. Auch hier ist das Wachstum in dem Ziel begründet, der wachsenden Zahl von Kunden hochwertige, individuelle Produkte anzubieten und durch Serviceleistungen aufzuwerten. „Partnerschaftliches Denken im Umgang mit Kunden und in der Kooperation mit der Wissenschaft“ nennt ZDH-Vizepräsident Manfred Rycken in seiner Laudatio als wesentliches Merkmal der Firma. Folgerichtig gewann die Firma Jüke 2008 den „Professor-Adalbert-Seifriz-Preis“ für die Entwicklung eines Detektors zur Messung von Kohlenwasserstoffen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut. Die Jüke Systemtechnik ist langjähriger Aussteller auf dem Gemeinschaftsstand des Deutschen Handwerks auf der Hannovermesse – einer wichtigen Station auf dem Weg vom Münsterland in die globale Wirtschaft.
Aktuell sind rund 50.000 deutsche Handwerksbetriebe im Ausland tätig, weitere 70.000 haben nach Einschätzung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) das Potenzial, grenzüberschreitend tätig zu werden. Handwerkspräsident Otto Kentzler: "Die Außenwirtschaftsberater der Handwerkskammern haben sich zur Aufgabe gemacht, dieses Potenzial zu erschließen. Es gibt ein gut genutztes, breites Unterstützungsangebot."
dhz