Bundespreis für Denkmalschutz in NRW vergeben Handwerker retten Baugeschichte

Historische Gebäude modern sanieren und gleichzeitig die originale Bausubstanz erhalten: Diesen Spagat schafften drei Denkmaleigentümer und 13 Handwerker aus Nordrhein-Westfalen. Für ihre Leistungen gewannen sie den diesjährigen Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege.

Handwerker retten Baugeschichte

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, ZDH-Präsident Otto Kentzler und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Gottfried Kiesow ehrten die Preisträger in Düsseldorf.

Historische Schätze gerettet

Der erste Preis ging an die Eheleute Petra Bärschneider und Frank Tschentscher. Sie haben mit viel Engagement ein historisches Wohnhaus in Leichlingen restauriert und dabei neueste energetische Lösungen mit historischen Techniken und denkmalgerechten Materialien kombiniert. Den zweiten Preis bekam der Heimatverein Borghorst, der das Ackerbürgerhaus in Steinfurt vor dem Verfall bewahrt und wieder zu einem beliebten Ort für das Gemeindeleben gemacht hat. Der dritte Preis ging an die Eigentümergemeinschaft Kramp. Mit erfahrenen Handwerkern und Liebe für das Detail ist es ihnen gelungen, das ehemalige Kantoren- und Küsterhaus in Bad Salzuflen zu retten.

Exzellente Handwerker mit Liebe zum Detail

In seiner Rede zur Preisverleihung verwies Handwerkspräsident Kentzler auf die wichtige gesellschaftliche Verantwortung, die die Preisträger wahrgenommen haben: "Sie haben keine Mühen und Kosten gescheut, um mit vorbildlichem Engagement einen Teil unseres baukulturellen Erbes zu retten." Möglich ist dies nur durch gut ausgebildete Fachkräfte, die um die historischen Techniken wissen und sie an moderne Nutzungsanforderungen anpassen können. "Mit der Akademie Schloss Raesfeld hat Nordrhein-Westfalen ein exzellentes Fortbildungszentrum für Handwerker in der Denkmalpflege, das deutschlandweit Maßstäbe setzt", sagte Kentzler.

Der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege wird seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks verliehen. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird jährlich in zwei Bundesländern ausgelobt. Handwerker, Bauherren, Architekten und Denkmalpfleger können Bewerbungen für denkmalgeschützte Objekte einreichen, die Handwerksbetriebe in den vergangenen fünf Jahren restauriert haben. Ende November wird der Preis in diesem Jahr zusätzlich in Brandenburg vergeben. 2010 wird er für die Bundesländer Berlin und Rheinland-Pfalz ausgeschrieben.

dhz