In Berlin hat der nach Gewerkschaftsangaben bundesweit erste Streik von Gebäudereinigern begonnen. Bestreikt werden nach Angaben der IG Bau etwa 15 Objekte, darunter Altenheime, Forschungseinrichtungen und Bundestagsgebäude.
Gebäudereiniger beginnen bundesweiten Streik
Zum Beginn der Aktion würden etwa 100 bis 200 Personen an der Zentrale der Technischen Universität erwartet, sagte der Regionalleiter der IG BAU Berlin-Brandenburg, Rainer Knerler. Darüber hinaus will die Gewerkschaft sechs weitere Einrichtungen in Berlin bestreiken.
Die IG BAU will mit der Aktion den Auftakt für einen "unbegrenzten Arbeitskampf" in der Branche geben. Die Vorsitzende der Gebäudereiniger bei der IG BAU, Susanne Neumann, verteidigte die Arbeitsniederlegungen. "Wir haben miserable Arbeitsbedingungen. Wir haben in den letzten Jahren wirklich stillgehalten", sagte sie im ZDF-"Morgenmagazin". "Die Firmen werden immer frecher, da wird eine Leistung von 400 Quadratmetern in der Stunde gefordert, das schafft kein Mensch", erläuterte sie. Die Frauen opferten ihre Freizeit, um das zu schaffen. "Der Drill wird immer schlimmer. Und jetzt ist einfach mal Schluss."
Ziel der IG BAU ist es nach eigenen Angaben, den Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die im Januar begonnenen Gespräche der Tarifpartner waren im August abgebrochen worden. Der aktuelle Tarifvertrag für die bundesweit rund 860.000 Gebäudereiniger war zum 1. Oktober ausgelaufen. Die IG BAU fordert eine Lohnerhöhung von 8,7 Prozent sowie eine Angleichung der Ost-Gehälter an das Westniveau. Außerdem will die Gewerkschaft eine betriebliche Altersvorsorge im Tarifvertrag regeln.
ddp