Bauwirtschaft erwartet für 2009 leichten Umsatzrückgang Bauhauptgewerbe am meisten von der Rezession betroffen

Die Bauwirtschaft rechnet für 2009 mit leichten Umsatzrückgängen. "Wir werden mit einem blauen Auge aus diesem Jahr 2009 herausgehen, wobei unsere Kollegen aus dem Bauhauptgewerbe die Hauptlast der Rezession zu tragen haben", sagte Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft.

Bauhauptgewerbe am meisten von der Rezession betroffen

Für alle 330.000 in der Bundesvereinigungvertretenen Unternehmen rechnet er mit einem Rückgang der Umsätze um 1,5 Prozent auf 186,0 (Vorjahr: 189,2) Milliarden Euro. Das Bauhauptgewerbe werde mit 81,6 Milliarden Euro rund 4,7 Prozent weniger umsetzen und die Zahl der Beschäftigten von 705.000 auf 685.000 abbauen.

Als Grund für den relativ starken Rückgang im Bauhauptgewerbe nannte Schneider die rückläufigen Umsätze im Wirtschafts- und Wohnungsbau. Durch die Wirtschaftskrise würden allein im Wirtschaftsbau bis zum Jahresende rund zwölf Prozent weniger und damit nur knapp 30 Milliarden Euro umgesetzt. Auch im Wohnungsbau könne man den bisherigen Umsätzen, den Auftragseingängen und den vorliegenden Baugenehmigungen zufolge nur mit einem Umsatz von 24,6 Milliarden Euro rechnen. Dies entspreche einem Umsatzminus von rund fünf Prozent. Von der neuen Bundesregierung fordert Schneider deshalb sowohl für den privaten als auch den Mietwohnungsbau bessere steuerliche Fördermöglichkeiten.

Beim öffentlichen Bau sind die Konjunkturpakete indessen angekommen, wenngleich auch nicht so stark wie im Frühjahr erwartet. "Zu viele Projekte haben noch nicht den Sprung von der Genehmigungsplanung zur Auftragserteilung erreicht", sagte Schneider. Nach aktuellen Zahlen würden von insgesamt 7,5 Milliarden Euro aus den Konjunkturprogrammen, die dem Bauhauptgewerbe zufielen, bisher rund 1,4 Milliarden Euro umgesetzt. Unter dem Strich erwarte er für 2009 im öffentlichen Bau ein Umsatzplus von 5,4 Prozent oder insgesamt rund 27,2 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr wird es nach Ansicht Schneiders mehr sein. Dann werde der öffentliche Bau eine "deutlich stärkere Rolle" spielen als 2009 und mehr zur Auslastung der Unternehmen beitragen.

In den Bereichen Ausbau, Installation und Dienstleistungen haben die Konjunkturpakete I und II mit den Schwerpunkten in der energetischen Gebäudesanierung schon jetzt für eine Stabilisierung gesorgt. So werde bei den Ausbaugewerken mit einem stabilen Umsatz von 53 Milliarden Euro und in der Gebäudetechnik und den Dienstleistungen mit 68 Milliarden Euro gerechnet. Wie Schneider ergänzte, sehen diese Bereiche nicht nur ihre aktuelle, sondern auch ihre Perspektive positiver als das Bauhauptgewerbe.

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