Augenoptiker Mäßiges Umsatzwachstum aber Tiefstand bei Arbeitslosenzahlen

Im Jahr 2008 haben die bundesweit rund 10.000 Betriebe des Augenoptikerhandwerks eine Umsatzsteigerung von 3,2 Prozent erzielt. Die Branche zählt in Deutschland rund 44.700 Beschäftigte.

Die Augenoptiker schneiden in Sachen Servicequalität gut ab. Sie belegen beim aktuellen Kundenmonitor Deutschland 2012 den dritten Platz. - © Foto: Zentralverband der Augenoptiker

Mäßiges Umsatzwachstum aber Tiefstand bei Arbeitslosenzahlen

Mit einem Plus von 121 Millionen Euro Umsatz mehr als im Vorjahr (3,76 Mrd. Euro) – verteilt auf die gesamte Branche – sei die Entwicklung nur mäßig, betonte Thomas Nosch, Präsident des Zentralverbandes der Augenoptiker (ZVA). Jedoch habe das Augenoptikerhandwerk nach dem massiven Umsatzeinbruch von über 30 Prozent nach der Einführung des Gesundheitsmodernisierungs-gesetzes (GMG) zum 1. Januar 2004 ein kontinuierliches Umsatzwachstum zu verzeichnen. Dennoch sei der Stand des Umsatzes vor der Gesetzesänderung von 2004 noch nicht wieder erreicht.

Zunahme der Lehrlings- und Beschäftigtenzahlen
Mit 44.700 Beschäftigten und einem Zuwachs von 600 im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Beschäftigten erneut gestiegen. Auch die Anzahl der Auszubildenden wuchs um 3,0 Prozent auf 5.795. Besonders attraktiv ist der Beruf für junge Frauen, denn 76 Prozent aller Auszubildenden sind weiblich.

Arbeitslosenzahlen auf Tiefstand
2008 ist die Zahl arbeitsloser Augenoptiker noch weiter gesunken. Mit 934 Beschäftigungs-losen im Monatsdurchschnitt lag die Zahl um 238 niedriger als beim Vergleichswert des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote für die Branche beträgt 2,7 Prozent und liegt damit erheblich niedriger als die bundesweite Arbeitslosenquote 2008, die die Bundesagentur für Arbeit mit 7,8 Prozent angibt.

Mit einer leichten Steigerung um 56 Betriebsstätten auf aktuell 10.072 ist die Zahl der Augen-optikerbetriebe nahezu konstant geblieben. Der Höchststand von 10.101 Betrieben in 2006 wurde nicht mehr erreicht. Die Zahl der Betriebe der 10 größten Filialisten ist allerdings erneut gewachsen. Mit insgesamt 1.647 Betriebsstätten (16 Proztent) erwirtschafteten sie circa 40 Prozent des Branchenumsatzes. Die Konzentration in der Augenoptik setzt sich somit fort.

Ernüchternde Ergebnisse der KGS-Brillenstudie 2008
Neben den Wirtschaftskennzahlen gab Nosch ebenfalls Ergebnisse der neuesten Brillen-studie 2008 zum „Sehbewusstsein der Deutschen“ bekannt. Herausgeber der Studie ist das Kuratorium Gutes Sehen (KGS), das das Institut für Demoskopie Allensbach mit der Erhebung beauftragt. Unzureichend ist danach die Beteiligung an Sehtests von Kraftfahrern zwischen 40 und 50 Jahren, die bisher noch ohne Brille auszukommen glauben. Bei circa 40 Prozent in dieser von einer kaum merklichen Verschlechterung ihrer Sehleistung gefährdeten Bevölkerungsgruppe liegt der letzte Sehtest bereits sechs Jahre oder länger zurück.

Laut KGS-Brillenstudie zweifeln in Deutschland 11,3 Millionen Kraftfahrer oft aufgrund bereits selbst wahrgenommener Sehschwächen, ob ihre Sehleistung noch voll ausreicht. Zu ihrer Bereitschaft an einer Beteiligung obligatorischer Wiederholungssehtests befragt, sprachen sie 79 Prozent der Kraftfahrer für die Einführung eines solchen Testes für Führerschein-Inhaber aus.

ZVA gut aufgestellt für augenärztliche Versorgungslücken in der Bevölkerung
Mit seinem Weiterbildungsangebot mit dem Abschluss "Optometrist“, für das in diesem Jahr zum ersten Mal Seminare angeboten werden, zeigt sich der Zentralverband der Augen-optiker gut aufgestellt. Denn die Anforderungen für den stetig steigenden Bedarf an Sehbe-ratung – auch aufgrund fachärztlicher Unterversorgung - machen eine qualifizierte Aus- und Fortbildung der Augenoptik notwendiger denn je. Die neue Qualifikation „Optometrist“ gewährleistet für Augenoptiker, optometrische Sreeningtests anzubieten, die Auffälligkeiten am Augen heraussieben, um dann an Augenärzte verweisen zu können.

ZVA/ddp