Zentralverband des Deutschen Baugewerbes Konjunkturpakete stabilisieren Bauwirtschaft

Die Finanzkrise schlägt auch auf den Bau durch. Allerdings will man beim Zentralverband Deutsches Baugewerbe für das Jahr 2009 nicht gänzlich schwarz sehen. "Verhalten optimistisch" blickt der ZDB ins Jahr und erwartet Umsatzzuwächse. Von Karin Birk, Berlin

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Konjunkturpakete stabilisieren Bauwirtschaft

Positive Impulse erwartet der ZDB vor allem vom öffentlichen Bau, dessen Umsätze sich 2009 voraussichtlich um elf Prozent erhöhen werden. "Mit dem Wachstum im öffentlichen Bau können die Rückgänge im Wirtschaftsbau mehr als egalisiert werden, so dass der baugewerbliche Umsatz in 2009 mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent noch schwach über dem Niveau von 2008 liegen wird", sagte Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) vor dem Hintergrund der staatlichen Konjunkturpakete, die Investitionen in Milliardenhöhe in den öffentlichen Bau vorsehen.

Vergabe muss transparent erfolgen

Loewenstein appellierte an Bund, Länder und Kommunen, die Aufträge möglichst zügig zu vergeben. "Unsere Ressourcen stehen zur Verfügung", sagte er. Die Kapazitäten seien nicht voll ausgelastet, so dass vor allem im ersten Halbjahr mit keinen Preisaufschlägen zu rechnen sei. Loewenstein begrüßte auch, dass im Zuge der Konjunkturpakete die öffentliche Auftragsvergabe erleichtert worden sei. Er sprach sich allerdings für strikte Transparenz und eine Dokumentation der so vergebenen Verträge aus.

Im öffentlichen Bau erwartet Loewenstein einen Umsatzzuwachs von 11,2 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro, nachdem die Sparte 2008 beim Umsatz um 5,3 Prozent auf 26,0 Milliarden Euro zulegte. Dagegen werde im Wirtschaftsbau im Jahresverlauf "die rezessive Wirtschaftsphase" spürbar werden. Hier rechnet der Verband mit einem Rückgang des Umsatzes um 4,2 Prozent auf 32,28 Milliarden Euro. 2008 hatte der Wirtschaftsbau noch um knapp zehn Prozent zugelegt.

Abnehmen wird auch der private Wohnungsbau. Hier geht Loewenstein von einem Rückgang von 1,4 Prozent auf 25,48 Milliarden aus. 2008 war die Sparte noch um 1,8 Prozent auf 25,830 Milliarden Euro gewachsen. Ingesamt soll die Zahl der Beschäftigten wie im Vorjahr bei rund 705.000 stabil gehalten werden.

2008 hatte das Baugewerbe seinen Umsatz um sechs Prozent auf 85,51 Milliarden Euro erhöht. Allerdings habe das Umsatzwachstum vor allem auf Kostensteigerungen und einer erhöhten Arbeitsproduktivität beruht, gab Loewenstein zu Bedenken. Anders als im Wirtschaftsbau sei es im Wohnungsbau nachweislich nicht gelungen, die Kostensteigerungen an den Markt weiterzugeben. "Die in diesem Bereich vorwiegend mittelständischen Unternehmen waren nicht in der Lage, ihre betriebswirtschaftliche Situation zu verbessern", sagte Loewenstein.