Die Abwrackprämie soll den Automarkt ankurbeln. Das zumindest ist die Absicht der Bundesregierung. Im Januar ist die Rechnung noch nicht aufgegangen. Die Autoverkäufe sind zu Jahresbeginn erneut eingebrochen.
Autoverkäufe brechen trotz Abwrackprämie ein
Im Januar hätten die Händler mit 189.400 Fahrzeugen rund 14 Prozent weniger Neuwagen an die Kundschaft gebracht als im Vorjahresmonat, teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) mit. Arbeitstagbereinigt betrage das Minus nur acht Prozent. Allerdings seien die Neuzulassungszahlen Ende Januar nach dem Kabinettsbeschluss zur sogenannten Abwrackprämie von 2.500 Euro spürbar angestiegen.
VDIK-Präsident Volker Lange sagte, angesichts der Zulassungszahlen der vergangenen Tage könne die Branche optimistisch auf die kommenden Monate schauen. Auch die aktuell vorliegenden Auftragseingangszahlen fielen deutlich höher aus als im Vorjahr. "Dass der Januar im Pkw-Markt nicht die Wende bringen würde, war vorauszusehen", sagte Lange. Bereits in den vergangenen Monaten waren die Neuwagenverkäufe in Folge der Wirtschaftsflaute teilweise zweistellig eingebrochen. Im Dezember hatte das Minus noch bei knapp sieben Prozent gelegen.
Nach Ansicht des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) könnten 2009 im Ergebnis der Abwrackprämie in Kombination mit der Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2-Ausstoß bundesweit mindestens 100.000 Neuwagen mehr verkauft werden als im Vorjahr und damit die Marke von drei Millionen Neuzulassungen geknackt werden.
Fachleute rechnen sogar mit 300.000 zusätzlich verkauften Wagen. Die Abwrackprämie ist Teil des zweiten Konjunkturpaketes der Bundesregierung. Käufer von umweltfreundlichen Neuwagen erhalten dabei 2.500 Euro für die Verschrottung ihres mindestens neun Jahre alten Autos. Die Bundesregierung hat dafür im laufenden Jahr 1,5 Milliarden Euro eingeplant – damit könnten maximal 600.000 Prämien bezahlt werden.
Im vergangenen Jahr war die Zahl der Neuwagenverkäufe in Folge der Wirtschaftsflaute auf 3,09 Millionen und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Im laufenden Jahr hatte VDA und VDIK ursprünglich mit 2,9 Millionen bundesweit verkauften Autos gerechnet, das wären gut sechs Prozent weniger als im schwachen Vorjahr.
ddp
