Mehrere Verbände entwickeln einen Anlagenpass als Qualitätsnachweis und wollen so Standards für Kunden transparenter machen.
Sonnenstrom mit Zeugnis
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat gemeinsam mit dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) einen Anlagenpass für Solarstrom entwickelt. Er dokumentiert die eingesetzten Schlüsselkomponenten einer Solarstromanlage sowie die Leistungen des Handwerksbetriebs und enthält Prüfprotokolle der Anlage.
Ziel ist es, die Qualität der Installation von Solaranlagen für den Kunden zu dokumentieren. Schließlich würden Solarstromanlagen auf dem eigenen Dach immer beliebter. Allein im letzten Jahr wurden nach Angaben des BSW-Solar Anlagen mit einer Leistung von 1,5 Gigawatt in Deutschland neu installiert. Demnach liefern insgesamt rund eine halbe Million Photovoltaikanlagen Solarstrom.
Vertrauen ins Produkt erhalten
Die Initiative komme bei den Installationsbetrieben bisher sehr gut an, so der ZVEH. In einer Testphase von wenigen Wochen hätten sich bereits über 200 Installationsfirmen aus ganz Deutschland für die Vergabe des Passes registrieren lassen.
Mit dem Photovoltaik-Anlagenpass bestätige der Handwerker nachvollziehbar, dass er ein qualitativ hochwertiges Produkt übergibt. Üblicherweise könne der Laie die Qualität einer Solaranlage nur schwer erkennen. „Der Photovoltaik-Anlagenpass schafft mehr Transparenz und Sicherheit für den Kunden“, erläutert BSW-Solar-Geschäftsführer Carsten Körnig. ZVEH-Geschäftsführer Bernd Dechert ist sich sicher, dass der Qualitätsnachweis beim Handwerk gut ankommt: „Der Photovoltaik-Anlagenpass steht dafür, dass der Handwerksbetrieb fachgerecht gearbeitet hat, die Solaranlage einwandfrei funktioniert und nach dem Stand der Technik installiert wurde.“
Carsten Körnig: „Solarstromanlagen sind hochwertige Produkte mit einer Lebensdauer von über 30 Jahren, vorausgesetzt, es werden gute Komponenten eingesetzt und Planung und Installation erfolgen nach den Regeln der Technik. Photovoltaik genießt ein außergewöhnlich hohes Vertrauen bei den Kunden, was Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit angeht.“ Basis dieses Vertrauens sei ein hoher Qualitätsstandard, den Solarstromanlagen üblicherweise aufweisen. „Wir wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt, und haben deshalb gemeinsam diesen Pass entwickelt“, so Körnig.
Versicherer begrüßen den neuen Pass
Auf der Internetseite www.photovoltaikanlagenpass.de können sich interessierte und qualifizierte Handwerker registrieren lassen. Dort werden sie über eine Postleitzahlensuche von den Verbrauchern gefunden. BSW-Solar und ZVEH empfehlen Verbrauchern, zukünftig für jede Photovoltaikanlage einen Anlagenpass ausstellen zu lassen. Versicherer begrüßen die Initiative und rechnen mit weniger Schadensfällen. Einzelne Versicherungsunternehmen bieten nach Informationen des ZVEH sogar eine günstigere Versicherungsprämie an, wenn ein Photovoltaik-Anlagenpass vorliegt. dhz
Nähere Informationen zum neuen Qualitätsnachweis auf der Internetseite www.photovoltaikanlagenpass.de