Kraftfahrt-Bundesamt Autoverkäufe auf niedrigstem Stand seit Wiedervereinigung

Seit der Wiedervereinigung haben die Deutschen nicht mehr so wenig Autos gekauft wie im vergangenen Jahr. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt ging 2008 die Zahl der Pkw-Neuzulassungen gegenüber 2007 um 1,8 Prozent auf 3,09 Millionen Fahrzeuge zurück.

Opel erlebte große Einbußen bei Neuzulassungen. Foto: ddp

Autoverkäufe auf niedrigstem Stand seit Wiedervereinigung

Das Defizit von 58 .000 Fahrzeugen sei erst im letzten Quartal des Jahres entstanden. Im Dezember war die Zahl der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp sieben Prozent gesunken. Im November hatte der Rückgang sogar 17,7 Prozent betragen.

Im Dezember hat sich nach KBA-Angaben der Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,6 Prozent auf 225 981 Wagen reduziert. Kalenderbereinigt wäre der Rückgang im Dezember wohl deutlich höher ausgefallen, da der Dezember 2008 zwei Arbeitstage mehr hatte als der des Vorjahres, teilte der VDA mit. Der Inlandsmarkt habe sich erwartungsgemäß "verhalten" entwickelt. Die deutschen Hersteller, die einen Absatzrückgang um ein Prozent hinnehmen mussten, schnitten nach Angaben des Verbandes besser ab als die Importeure, die drei Prozent weniger Fahrzeuge absetzten.

Nach KBA-Angaben waren 2008 mit 65 Prozent mehr als die Hälfte der Neuzulassungen deutsche Autos gewesen. Die Daimler-Marke Smart erzielte eine Steigerung von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist die höchste Zuwachsrate, die eine deutsche Marke erreichte. Opel und Porsche mussten hingegen deutliche Rückgänge hinnehmen. Ihre Neuzulassungen gingen um 9,5 beziehungsweise 8,2 Prozent zurück. Die anderen deutschen Marken hätten ihre Vorjahreswerte erneut erlangt. Die meisten Zulassungen waren Volkswagen. Der größte europäische Autokonzern hat 2008 insgesamt 615.000 Fahrzeuge abgesetzt. Von den Importeuren konnte Renault die meisten Autos in Deutschland verkaufen.

Exporteinbruch ist Grund für Rückgang

Einer der Hauptgründe für den Absatzrückgang war nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) der Export, der stark von der weltweiten Kaufzurückhaltung im zweiten Halbjahr betroffen war. Allein im Dezember wurden mit 223.000 Autos rund 22 Prozent weniger Fahrzeuge exportiert als im Vorjahr.

Nicht nur der Export und die Neuzulassungen gingen im vergangenen Jahr zurück. Der Gebrauchtwagenmarkt erlebte ebenfalls einen Einbruch. Von Januar bis Dezember wechselten 6,96 Millionen Fahrzeuge ihren Besitzer. Das sind 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. In der zweiten Jahreshälfte passten die deutschen Autohersteller laut VDA ihre Produktion der "extrem schwachen Nachfrage" auf den Weltautomobilmärkten an. Insgesamt sank die Produktion im vergangenen Jahr um 3 Prozent auf gut 5,5 Millionen Einheiten.

Große deutsche Hersteller, wie Daimler, BMW und VW, hatten unter anderem mit Kurzarbeit, der Reduzierung der Arbeitszeit und Ausweitung der Weihnachtsferien auf den Einbruch reagiert, um nicht auf Halde zu produzieren.

Der Einbruch bei den Auftragseingängen in den letzten Monaten im In- sowie Ausland lässt nach Einschätzung des VDA "auf ein sehr schwaches Neuzulassungsgeschehen zu Beginn des Jahres 2009 schließen". Die Politik müsse jetzt klare Rahmenbedingungen schaffen, um das Vertrauen der Verbraucher zu stabilisieren und deren Kaufbereitschaft wieder zu stärken.

Umstritten ist weiterhin, ob das Konjunkturpaket II der Großen Koalition die von der SPD geforderte Abwrackprämie enthalten wird. Wegen der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Kunden und der Unklarheit über die neue Kfz-Steuer rechnet der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) 2009 mit 2,9 Millionen bundesweit verkauften Autos.

Nadine Schmiroszik/ddp